Feuer am 6. Mai

"Harms am Wall" stellt nach Großbrand Insolvenzantrag

Am 6. Mai brannte das Geschäftsgebäude von "Harms am Wall" und wurde vollkommen zerstört.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Nach dem Großfeuer am 6. Mai hat das Mode- und Textilhaus „Harms am Wall“ jetzt Insolvenzantrag gestellt. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig das Aus für das 150 Jahre alte Traditionshaus.

Der Geschäftsführer sucht neue Räume und will das Unternehmen wieder aufbauen. Das berichtete am Nachmittag ein Sprecher der Bremer Kanzlei Schultze & Braun, zu der Anwalt Ralph Bünning gehört. Das Amtsgericht bestellte Bünning zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Bei dem Großbrand am Abend des 6. Mai wurde das historische Gebäude komplett zerstört. Der Schaden geht in die Millionen. Das Bauressort stufte das Haus als „nicht sanierungsfähig“ ein, möchte aber die Fassade aus dem Jahr 1909 erhalten. Die Straße Am Wall ist wegen der Aufräumarbeiten weiter gesperrt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Raubes, vorsätzlicher Brandstiftung und Mordversuchs. Experten fanden Hinweise darauf, dass das Feuer an mehreren Stellen gezielt gelegt wurde. Der Geschäftsführer hatte gegenüber der Polizei angegeben, er sei zuvor überfallen und eingesperrt worden. Er habe sich befreien und mit Videoaufnahmen vor den Flammen flüchten können.

Bei dem Feuer wurde der komplette Warenbestand des Modehauses vernichtet – das ist laut Bünning auch der Grund für den Insolvenzantrag. Er sagte: „Die Existenzgrundlage von Harms wurde vernichtet.“ „Harms“ wird in diesem Jahr 150 Jahre alt, was im Herbst groß gefeiert werden sollte, samt der Neueröffnung. Die umfangreichen Umbauarbeiten hatten begonnen. Wer für die Kosten aufkommen sollte, war allerdings noch ungeklärt, denn zwischen „Harms“ als Mieter und dem Eigentümer der Immobilie schwelt seit Jahren ein Streit um Sanierungskosten. Informationen zufolge war der Eigentümer erst vor kurzen vom Verwaltungsgericht dazu verpflichtet worden, 220000 Euro für Arbeiten lockerzumachen. Das Verfahren geht wohl in weitere Instanzen.

Das Modehaus beschäftigt 45 Mitarbeiter, die zum Teil bereits seit mehr als 40 Jahren im Unternehmen sind. Die Gehälter der Mitarbeiter sind laut Bünning über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Seinen Angaben nach will Geschäftsführer Hans Eulenbruch den Betrieb wieder aufbauen und sucht derzeit „intensiv nach neuen Räumlichkeiten“. Der vorläufige Insolvenzverwalter: „In der Zwischenzeit fehlen naturgemäß die Einnahmen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb.“ Diese plötzliche Betriebsunterbrechung führe dazu, dass keine hinreichende Liquidität für die weiterlaufenden fixen Betriebskosten vorhanden sei.

Die Mitarbeiter wurden bereits informiert, heißt es. Bünning: „Die Belegschaft trägt die kommenden Maßnahmen zum Wiederaufbau des Traditionsunternehmens vollständig mit.“

Feuer in viergeschossigem Gebäudekomplex

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