Landgericht wirft Angeklagten besonders schwere Brandstiftung vor

Harms: Prozess beginnt

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Bei dem Großbrand am 6. Mai 2015 sind das Textilhaus Harms und zwei weitere Gebäude am Wall vernichtet worden. 

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Am Abend des 6. Mai 2015 ist das aus dem Jahr 1909 stammende Gebäude „Harms am Wall“ in Flammen aufgegangen – heute, Montag, beginnt vor dem Landgericht der Prozess gegen den früheren Inhaber des Textilgeschäftes, Hans Eulenbruch (64), und einen zweiten 53 Jahre alten Angeklagten (wir berichteten ausführlich). Unter anderem wird ihnen besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen. 31 Verhandlungstage sind anberaumt. Beginn ist um 9 Uhr (Saal 218).

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, das Harms-Gebäude mit Hilfe von Grillanzündern an verschiedenen Stellen in Brand gesetzt zu haben, um die Versicherungssumme zu kassieren. Um die Brandstiftung zu vertuschen, sollen sie einen Raubüberfall vorgetäuscht haben, ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Beide Männer bestreiten die Vorwürfe.

Bei dem Großbrand entstand ein Millionenschaden. Neben Harms wurden zwei weitere Gebäude vernichtet. Eulenbruch, der lediglich Mieter des Gebäudes, nicht aber Eigentümer ist, ist froh, dass der Prozess endlich beginnt. Nach der Inhaftierung im Dezember befindet er sich seit fast drei Monaten auf freiem Fuß, während der zweite Angeklagte hinter Gittern blieb.

Eulenbruch betont nach wie vor, er sei im Geschäft überfallen und ohne Handy in die Toilette gesperrt worden. Er habe sich schließlich befreien und mit Videoaufnahmen aus dem brennenden Haus flüchten können. Unter anderem auf diese Videos stützt die Staatsanwaltschaft ihre Anklage. Sie ist der Auffassung, dass ein Maskierter aus der Tatnacht, zu sehen auf einem Video, der 53-jährige Angeklagte ist. Gemeinsam mit Eulenbruch sei dieser ein paar Wochen vor dem Großbrand im Geschäft gewesen – um die Tat zu besprechen, wie die Ermittler meinen.

Eulenbruch selbst macht keinen Hehl daraus, dass ihm der 53-Jährige geschäftlich bekannt ist und der Mann zum Einkaufen im Laden war. Der 63-Jährige sieht den Prozess als Chance, seine Unschuld beweisen zu können, wie er gegenüber unserer Zeitung sagte.

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