Bremer Feuerwehr legt Jahresbilanz für 2015 vor / Zehn Prozent mehr Einsätze

Harms, Gift und ein hilfloser Jungstorch

Der größte Einsatz des vergangenen Jahres war der Brand des Textilhauses Harms am Wall. - Foto: dpa

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Unternehmen legen Bilanzen vor, die Polizei präsentiert (mit dem Innenressort) die Kriminalstatistik – und auch die Feuerwehr hat nun einen Jahresbericht für 2015 ausgearbeitet.

Gleich im Vorwort verweist der Leitende Branddirektor Karl-Heinz Knorr sozusagen auf das Hauptereignis des vergangenen Jahres – auf den Brand des Textilhauses Harms am Wall im Mai. Es sei der „größte Einsatz“ des Jahres gewesen. „Mehr als 180 Einsatzkräften gelang es, die Ausbreitung des intensiven Brandes auf die unmittelbaren Nachbargebäude zu begrenzen, wobei alle Einsatzkräfte an ihre Grenzen und zum Teil darüber hinaus gegangen sind“, schreibt der Bremer Feuerwehr-Chef.

Und es gab noch mehr, viel mehr. Knorr: „Personalintensiv war ein Gefahrguteinsatz

in Sebaldsbrück im Juni, denn hier waren 75 Einsatzkräfte eine ganze Nacht hindurch damit beschäftigt, eine ausgelaufene giftige Flüssigkeit aufzunehmen und zu sichern.“ Die Rettung eines verlassenen Jungstorchs in Strom kommt ebenfalls zur Sprache.

Kurzum: Insgesamt hat die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle im vergangenen Jahr etwa 79 000 Einsätze registriert (und disponiert) – und das waren zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Davon entfielen auf den Rettungsdienst (einschließlich der Hilfsorganisationen) 73 500 Einsätze und auf den Lösch- und Hilfeleistungsdienst 5 500 Einsätze. „Vor allem im Rettungsdienst setzte sich der Anstieg der Einsätze seit Jahren ungebremst fort, was eine Überprüfung der aktuellen Vorhaltung und der Dienstpläne dringend erforderlich macht“, heißt es im Bericht. Soll heißen, dass da aus Sicht der Feuerwehr wohl mehr Personal und Ressourcen notwendig wären.

Die Zahl der Überstunden sei „nach wie vor deutlich zu hoch“, schreibt Knorr. Es werde „die Grundsatzfrage zu klären sein, in welchem Umfang und auf welchen Feldern die Feuerwehr Bremen künftig am stadtbremischen Rettungsdienst beteiligt sein wird“.

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