„Kleine Dreigroschenmusik“ im Rathaus

Harmonisch verbunden

Im Kaminsaal des Neuen Rathauses begrüßten Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) und Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne) die Vertreter des konsularischen Korps aus Bremen sowie der für Bremen zuständigen auswärtigen Konsulate. Nach diesem Termin begann der „allgemeine“ Neujahrsempfang. ·
+
Im Kaminsaal des Neuen Rathauses begrüßten Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) und Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne) die Vertreter des konsularischen Korps aus Bremen sowie der für Bremen zuständigen auswärtigen Konsulate. Nach diesem Termin begann der „allgemeine“ Neujahrsempfang. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Musik: „Ein Jahr, das so beginnt, das muss gut werden.“ Mit diesen Worten bedankte sich Bürgermeister und Kultursenator Jens Böhrnsen (SPD) bei den Bremer Philharmonikern.

Unter der Leitung von Bremens Generalmusikdirektor Markus  Poschner spielte das Orchester gestern beim Neujahrsempfang des Senats. Und dort wiederum wurde exakt 100 Jahre zurückgedacht. Anlass war, wie berichtet, die Einweihung des Neuen Rathauses am 16. Januar 1913. Und weil das Bauwerk des Münchener Architekten Gabriel von Seidl (1848 bis 1913) sich so harmonisch an das aus einer ganz anderen Epoche stammende Alte Rathaus anfügt, wurde nach einer musikalischen Entsprechung dieser kunstvollen Verbindung gesucht.

Verbindung

der Epochen

Gefunden hat man die „Kleine Dreigroschenmusik“ von Kurt Weill (1900 bis 1950) mit der „Ballade vom angenehmen Leben“ und dem „Kanonen-Song“ – nicht wegen des Titels und (vordergründig erkennbarer) möglicher Anklänge an bremische Finanznöte, sondern wegen der meisterhaften Art, mit der Weill in der „Dreigroschenoper“ Musikstile und Melodien unterschiedlicher Epochen zu einem neuen Ganzen verband.

1928 komponierte Kurt Weill eine Suite aus Teilen der „Dreigroschenoper“ – veröffentlicht als „Kleine Dreigroschenmusik“. Und gestern von den Bremer Philharmonikern gespielt.

· Literatur: Ein Mann bekam gestern bei der Feierstunde zum Jubiläum des Neuen Rathauses besonders viel Lob – Bürgermeister Böhrnsen erwähnte ihn ebenso wie die Festrednerin Dr. Rosemarie Wilcken, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und viele Jahre Bürgermeisterin von Wismar. Gemeint ist Wilhelm Tacke, der frühere Sprecher der Bremer Katholiken.

Wie berichtet, hat er jetzt ein Buch über das Neue Rathaus geschrieben, das in der Edition Temmen erschienen ist (157 Seiten, Preis: 19,90 Euro). Titel: „Das Neue Rathaus in Bremen oder: Wie kommt der Sündenfall über das Portal?“

· Diplomatie: Bevor der Neujahrsempfang mit der Feierstunde und gut 500 Gästen (unter ihnen auch Bürgermeister a. D. Klaus Wedemeier und der frühere Bildungssenator Moritz Thape, beide SPD) begann, gab es – wie in jedem Jahr – einen weiteren Empfang. Im Kaminsaal des Rathauses begrüßten Bürgermeister Böhrnsen und Bürgermeisterin Karoline Linnert (Grüne) die, wie es immer so schön und korrekt heißt, Vertreter des konsularischen Korps aus Bremen sowie der für Bremen zuständigen auswärtigen Konsulate.

Höflich dankte Böhrnsen den Diplomaten für die gute Zusammenarbeit: „Wir wissen es sehr zu schätzen, wie sehr unsere internationalen Verbindungen verstärkt und weiterentwickelt werden“, sagte er. Ohne diese sei Bremens lange Geschichte gar nicht denkbar. „In Bremen verbinden sich Tradition und Moderne – dies wollen wir gemeinsam weiterführen“.

Lobgesänge

von Diplomaten

Doyen Manuel Fernández Salorio, Generalkonsul der Republik Argentinien, pries Bremens maritime Vergangenheit und hob unter anderem die Konstanten der bremischen Wirtschaft hervor. „Wir stehen Bremen auch 2013 zur Seite“, versprach der Diplomat.

Lobende Worte fand  Doyen Hans-Christoph Enge (Honorarkonsul des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland und damit sozusagen der Vertreter von Queen Elizabeth II. in Bremen) für die Weltoffenheit der Hansestadt – und die, so wörtlich, „hervorragende Kooperation“ mit den senatorischen Dienststellen. Enge weiter: „Wir sehen uns in unseren Entsendestaaten als Vertreter Bremens und machen das sehr gern.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Raumtrenner sind mehr als nur Raumtrenner

Raumtrenner sind mehr als nur Raumtrenner

So klappt es mit der neuen Fremdsprache

So klappt es mit der neuen Fremdsprache

Hefezopf und Rüblikuchen: So wird Ostern richtig fluffig

Hefezopf und Rüblikuchen: So wird Ostern richtig fluffig

Wie werde ich Kauffrau/Kaufmann für Verkehrsservice

Wie werde ich Kauffrau/Kaufmann für Verkehrsservice

Meistgelesene Artikel

Nach Ausbruch der Bienenseuche in Bremen: Sperrbezirk verkleinert

Nach Ausbruch der Bienenseuche in Bremen: Sperrbezirk verkleinert

Pyromane im Parzellengebiet

Pyromane im Parzellengebiet

Spontaner Zugriff und ein Hauptgewinn

Spontaner Zugriff und ein Hauptgewinn

Corona-Krise in Bremen: Das Rot-Kreuz-Krankenhaus wird umgekrempelt

Corona-Krise in Bremen: Das Rot-Kreuz-Krankenhaus wird umgekrempelt

Kommentare