Hans-Peter Jakst ist seit Jahrzehnten mit den Sixdays verbunden

Mit dem Rennrad mal auf dem Bremer Rollfeld

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Mit etwas vollerem Haar: Hans-Peter Jakst 1979 bei einer Bergetappe des Giro d’Italia.

Bremen - Albert Fritz wurde als Bremer Lokalmatador quasi eingebürgert; Andreas Kappes (wie Fritz mehrfacher Sieger in der Hansestadt) wurde noch als Bremer Star gefeiert, als er schon längst in Köln beheimatet war. Aber da ist noch einer, der nun wirklich ein Bremer Jung’ ist: Hans-Peter Jakst. Der wurde 1954 in Bremen geboren, lebt und arbeitet immer noch an der Weser.

Der sportliche Leiter Erik Weispfennig (li.) und Hallenchef Peter Fengel (re.) sind froh, das Hans-Peter Jakst als strategischer Partner zur Verfügung steht.

Und in dieser Zeit ist der ehemalige Profi immer eng mit dem Bremer Sechstagerennen verbunden geblieben, obwohl er insgesamt nur 25 Mal auf der Winterbahn aktiv war. Seine beste und erfolgreichste Zeit hatte der 51-Jährige ganz gewiss auf der Straße. Gleich drei Mal (1977, ’78 und ’79) bestritt er den Giro d’Italia. 1980 erfüllte er sich einen Traum und durfte gar bei der Tour de France starten. 1979 holte er sich den Titel des Deutschen Meisters. In Montreal schrammte er als Vierter mit dem deutschen Vierer nur knapp an einer Olympia-Medaille vorbei. Die Sixdays-Erfolge sind dagegen überschaubar. „Das habe ich nur gemacht, um noch etwas Geld zu verdienen, aber die Straße war klar meine Nummer eins“, blickt Jakst zurück. 1982 ging er in der Hansestadt das letzte Mal an den Start. Partner in Bremen war unter anderem auch die holländische Bahn-Legende Rene Pijnen. Am Ende des Jahres stieg Jakst dann endgültig als Profi vom Sattel.

Aber die Verbundenheit mit dem Bremer Rennen ist geblieben. Und Jakst kann viel erzählen, wenn er an die Bremer Veranstaltung denkt. Vor zwei Jahren etwa, vor dem 50. Rennen, spielten sich auf der Rollbahn des Bremer Flughafens schier unglaubliche Szenen ab, denn da waren Radfahrer auf der Piste – und einer von ihnen war Hans-Peter Jakst. Hintergrund: In diesem Jahr stieg an einem Abend auch ein Rennen der Bremer Legenden. Eingeladen war auch der Australier Danny Clark. Als der aus Down Under einschwebte, rollten sie ihm auf dem Neuenlander Feld einen roten Teppich aus und holten ihn mit dem Fahrrad von der Gangway ab. „Das ist unvergessen und ein ganz toller Moment für mich“, erinnert sich Jakst, der für dieses Spektakel die Rennräder besorgt hatte.

Für den Ex-Profi kein großes Ding, denn seit 1984 betreibt er in Osterholz einen recht großen Fahrradladen und ist damit quasi an der Quelle. Jakst selbst würde sich nicht als Sponsor des Rennens bezeichen, sondern „als strategischer Partner“. Soll heißen: Geld fließt eher wenig. Jakst stellt dem Veranstalter Rennräder zur Deko (zum Beispiel im Fahrerhotel) zur Verfügung und hat dadurch eine schöne Werbung. Zudem versorgt er die Fahrer auch mit Ersatzteilen, wenn in den sechs Tagen mal etwas zu Bruch gehen sollte.

Angefangen hatte alles auf Initiative des langjährigen Machers Frank Minder. „Der hat bei mir schon mal in einem Jahr 30 Räder geordert“, berichtet Jakst.

In diesem Jahr ist der Bremer, der hobbymäßig immer noch etwa 3000 Kilometer pro Jahr im Sattel sitzt, wieder gefordert. Am Montag steigt erstmals ein Jedermann-Rennen. Für die vorher gefahrene Qualifikation stellte Jakst die Räder und steht auch in Bremen Gewehr bei Fuß. „Und ich stehe dann noch mit der Stoppuhr an Start und Ziel. Das wird eine tolle Sache.“

töb

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