„Hangover“, „Teststrecke“, „Spuk“ – neue Fahrgeschäfte auf dem Freimarkt

Wilde Touren im Dauerregen

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„Auf Manitus Spuren“ geht es durch den Wildwasserkurs. Fotos (2): Koller

Bremen - Von Steffen Koller. Pitsch, platsch, Freimarkt: Die 980. Auflage des Bremer Volksfestes hat gestern bei Dauerregen offiziell begonnen. Bis zum 1. November locken Fahrgeschäfte, Imbissbuden und jede Menge Party auf die Bürgerweide. Neben altbekannten Spaßbringern präsentieren sich auch diverse Neuheiten auf demRummel.

Mutige testeten bei Dauerregen die „Teststrecke“.

Unzählige Pfützen säumen die Wege zwischen den 335Geschäften, die in diesem Jahr auf dem 100000 Quadratmeter großen Areal des Freimarktes Platz gefunden haben. Und muss man sich noch so sehr anstrengen, den kleinen Seen ausweichen, um keine nassen Füße zu bekommen, kann ein Blick Richtung Himmel nicht schaden. Denn auch in diesem Jahr recken sich die Höhepunkte gen Wolkendecke.

Dazu zählt der mit 85 Meter Höhe riesig erscheinende Turm „Hangover“. Wer sich traut, wird zunächst auf eine entspannte Fahrt mitgenommen, kann seelenruhig den schönen Ausblick genießen. Doch dann geht sie ab, die wilde Fahrt. Mit 25 Meter pro Sekunde rauschen die Fahrgäste Richtung Boden, werden kurz zuvor mit enormer Kraft abgebremst. Hier heißt es, ein stabiles Nervenkostüm und einen mindestens genauso stabilen Magen mitzubringen – Adrenalinschübe garantiert.

Doch der Freimarkt ist ein Familienfest, dementsprechend geht es auch etwas gelassener zu – aber nur etwas. Die „Teststrecke“, eine Achterbahn mit Doppellooping, bietet 20 Gästen Platz pro Fahrt. Mit 60 Kilometern pro Stunde nimmt die Bahn aus 27Metern Höhe Kurs auf den Boden, die vierfache Erdanziehungskraft wirkt dabei. Betreiber Thomas Meyer sagt: „60 Kilometer pro Stunde hört sich nicht dramatisch an, aber…“ Trotz Dauerregens („Das ist unser Berufsrisiko“) sei er froh, in Bremen zu sein, schließlich sei der Freimarkt „eine der absoluten Topadressen im Schausteller-Jahr“.

980. Freimarkt in Bremen startet

Auf einem Freimarkt darf eine Geisterbahn nicht fehlen. Ganz neu in diesem Jahr und nach Betreiberangaben „weltweit einzigartig“ ist die Bahn „Spuk“, die Geister- und Achterbahn miteinander vereint. Fast vier Minuten werden die Gäste auf eine Reise des Grauens geschickt. Dennoch sei sein Geschäft für Jung und Alt geeignet. „Man muss selbst wissen, was man aushält“, sagt der Betreiber und verweist auf die 15 Zombies, Hexen und Monster, die sich in der Bahn tummeln. Kein Gruseln, keine Höhe, kein Looping, dafür ganz viel Wasser verspricht die Wildwasserbahn „Auf Manitus Spuren“. Rund 400 Kubikmeter Wasser fasst die Bahn, pro Sekunde werden 1500 Liter durch die etwa 400 Meter lange Piste gepumpt – alles, damit die Fahrgäste auf ihre Kosten kommen. Betreiber Fritz Heitmann verspricht „ein ganzheitliches Erlebnis für die ganze Familie“. Denn auch er weiß: „Familien sind das Potenzial von Volksfesten.“ Mit mehr als 60 Kilometern pro Stunde sausen die Besucher fast im freien Fall vom höchsten Punkt der Strecke, tauchen ein und können dann nur noch hoffen, trocken das Boot zu verlassen.

Marktmeister Raimund Klug ist sich trotz der dicken Regentropfen sicher: „Die Bremer werden kommen! Das Wetter hat noch nie jemanden aufgehalten.“

Der 980. Freimarkt hat täglich von 13 bis 23Uhr geöffnet, freitags und sonnabends bis 24 Uhr.

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