Handelskammern Bremen und Bremerhaven fusionieren im Januar 2016

„Kraftakt in Rekordzeit“

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Präses Christoph Weiss

Bremen - Von Jörg Esser. Neues Jahr, neues Glück: Die Handelskammer Bremen und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bremerhaven starten im Januar in eine gemeinsame Zukunft. Die Kammern fusionieren und damit erhalten 52000 Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft im Land Bremen eine Interessenvertretung. „Ein Land, eine Wirtschaft, eine Kammer“, sagte Handelskammer-Präses Christoph Weiss gestern vor Journalisten.

„Die Zeit war reif für eine gemeinsame Handelskammer“, sagte Weiss. Bremerhavens IHK-Präsident Hans-Christoph Seewald sprach von einem „Kraftakt in Rekordzeit“. Der Fusionsbeschluss sei schließlich erst am 21. August 2013 gefasst worden. „Ein solch schnelles Zusammengehen, das ist ein Novum in ganz Deutschland“, ergänzte Seewald. Für den 18. Januar 2016 ist die konstituierende Sitzung der „Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven“ einberufen. Das Plenum wird dann auch einen neuen Präses wählen. Weiss scheidet nach drei Jahren im Amt turnusgemäß aus. Nachfolger soll der Bremer Reifenhändler Harald Emigholz werden.

Mit der Neustrukturierung der Kammer sollen das Beratungsangebot an beiden Standorten ausgebaut und die wirtschaftspolitische Interessenvertretung weiter gestärkt werden, sagte Dr.Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen und derzeit auch kommissarischer Hauptgeschäftsführer der IHK Bremerhaven.

Die gemeinsame Landeskammer soll die Unternehmen entlasten, sagte Seewald. Auch finanziell. So wird die Kammerumlage, also der Beitragssatz für die Mitgliedsunternehmen, gesenkt – um mehr als 13 Prozent von insgesamt 14,5 auf 12,7 Millionen Euro.

Die Auflösung von Doppelstrukturen und die Vereinheitlichung der Arbeitsabläufe sparen Personal, sagt der Hauptgeschäftsführer. „Die neue Kammer hat ab 2016 sieben Prozent weniger Mitarbeiter.“ Das drückt die Kosten, wovon die Firmen profitieren. Fonger: „Die Unternehmen bekommen mehr Service bei zugleich günstigeren Konditionen.“

Das 60-köpfige Plenum der Kammer (52 Mitglieder sind direkt gewählt worden) wählt den neuen Präses und ein neues Präsidium und besetzt elf Ausschüsse, in denen laut Seewald „lebendige Basisarbeit“ geleistet werde. Auch die hauptamtliche Organisationsstruktur wird verändert: Zukünftig hat die Kammer acht Geschäftsbereiche und je ein Unternehmensservice-Büro in den Städten Bremen und Bremerhaven. Die Bereiche Umwelt, Energie und Tourismus werden von Bremerhaven aus gesteuert.

Und sonst? Der Präses fordert vom Senat ein starkes Engagement für die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt, einen Gewerbeflächenentwicklungsplan sowie eine kluge Investitionspolitik. Weiss: „Wir brauchen eine Willkommenskultur für Unternehmen.“ Zudem plädierte der Präses erneut für eine Verfassungsreform mit dem Ziel, die Position des Bürgermeisters zu stärken und mit mehr Machtfülle auszustatten. Der Präsident des Senats ist ein „primus inter pares“ ohne Weisungsbefugnisse. Laut Weiss ist das „ein Bremer Kerndefizit“.

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