Handelskammer legt Positionspapier vor / Forderung nach „Wachstumsressort“

Innovation macht sexy

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Die Ideen sollen fließen, wünscht sich die Handelskammer. Von links gesehen: Dr. Frank Thoss, Kammer-Geschäftsführer für Industrie, Innovation und Umwelt, Präses Christoph Weiss, Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger und Kammer-Sprecher Dr. Stefan Offenhäuser im Haus Schütting.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Die bremische Innovationspolitik muss neu ausgerichtet werden“, fordert Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger. „Mehr Innovation wagen“ – so ist ein Positionspapier überschrieben, das gestern im Haus Schütting präsentiert wurde. Zum Forderungskatalog zählt ein neu zusammengefügtes Senatsressort.

„Viele denken bei Innovation erstmal an Produkte. Das neueste Telefon, das neueste Irgendwas“, so Handelskammer-Präses Christoph Weiss. Aber der Begriff reiche weiter, umfasse viel mehr. Design- und Systemfragen, soziale Aspekte, Marktbearbeitung. Und so weiter, und so fort.

Innovationen sorgen für mehr Unternehmensgründungen und Arbeitsplätze und schaffen Zugänge zu neuen Märkten – so die Kammervertreter. Die Förderung von Innovation könne ein Instrument sein, um in Bremen mehr Wirtschaftskraft zu erzeugen, sagt Präses Weiss.

Die Handelskammer hatte im März eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) zum bremischen „Innovationsgeschehen“ vorgestellt. Ergebnisse der Studie und Gespräche mit Vertretern von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft flossen jetzt in den Forderungskatalog ein.

Hinzu kommt der sprichwörtliche Blick über den Tellerrand, sprich: weit über Bremens Grenzen hinaus. Weiss: „Es gibt nur eine Möglichkeit, gegenüber China erfolgreich zu sein – es gilt, die berühmte Nasenlänge voraus zu sein. Das ist Innovation.“ Bremen habe bereits Stärken wie die einzige Exzellenz-Uni in Norddeutschland, eine „renommierte Hochschule“ und „forschungsintensive Wirtschaftszweige“.

Gute Rahmenbedingungen seien das, aus denen Bremen aber zu wenig mache. Netzwerke aus Wirtschaft und Hochschulen seien zu verbessern. Das „Potenzial für Innovationen im Zusammenspiel von Wissenschaft und Wirtschaft“ werde „zu wenig genutzt“, heißt es im 22-seitigen Positionspapier der Kammer. Das wissenschaftliche Umfeld müsse sich im Wirtschaftlichen „stärker niederschlagen“, so Weiss.

„Der Transfer von Wissen zu Geld klappt bei uns nicht so gut“, sagt Dr. Frank Thoss, Kammer-Geschäftsführer für Industrie, Innovation und Umwelt und Projektleiter bei der Vorbereitung des Positionspapiers. Hinzu komme ein Imagethema. „Wir müssen auch in Bremen zu dem ‚Arm, aber sexy‘ kommen wie Berlin. Und weg vom ‚Dorf mit Straßenbahn‘.“

Offenbar wirkt Bremen nicht sexy genug. Es sei ein Problem, junge Menschen – 25-, 30-Jährige – nach dem Studium in der Hansestadt zu halten, sagt auch Weiss. Innovationspolitik könne hier Perspektiven schaffen.

Dazu beitragen kann aus Kammer-Sicht ein „Wachstumsressort“, in dem die Aufgabenfelder Wirtschaft und Verkehr sowie Innovation und Infrastruktur gebündelt würden. Vonnöten sei auch eine „wissensbasierte Stadtentwicklung“. In der Nähe von Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen solle es „Raum für wissensbasierte Unternehmen“ geben – etwa ein „Gründerzentrum im Grünen“ auf dem Areal des alten Campingplatzes.

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