Handelskammer-Delegation von Iran-Reise zurück / „Chancen für Unternehmen“

„Jetzt muss man dabei sein“

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Delegationsleiter Eduard Dubbers-Albrecht.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Der Iran bietet praktisch allen Teilnehmern große Chancen.“ Das sagt Eduard Dubbers-Albrecht, Vizepräses der Handelskammer und Leiter der Bremer Wirtschaftsdelegation, die vom 20. bis zum 26. Februar den Iran besucht hat. Die „Markt-erkundungsreise“ sei ein Erfolg gewesen. Wie berichtet, hat die 40-köpfige Bremer Delegation die Städte Teheran, Isfahan und Kashan besucht – nicht als allererste deutsche Wirtschaftsdelegation seit Lockerung der Sanktionen gegen die Iran im Januar, aber doch als eine der ersten.

„Jetzt muss man dabei sein“, sagt Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer. „Jetzt ist die Zeit, wo der wirtschaftliche Aufbruch im Iran da ist.“ Eine vergleichbare Aufbruchstimmung habe er zuletzt „vor 16, 17 Jahren in China“ erlebt. Wer jetzt auf Handel mit dem Iran setze, stärke damit zugleich die Reformkräfte im Land.

Zur Bremer Delegation gehörten Logistiker ebenso wie Vertreter von Dienstleistungs- und Handelsunternehmen. Maschinen- und Anlagenbau, Lebensmittelindustrie und Elektronik, Schulbedarf und Bootszubehör – alles sei im Iran auf großes Interesse gestoßen, auch das Thema „Windenergie“, hieß es gestern bei einer ersten Bilanz im Haus Schütting. Aber auch: „Wir stehen am Anfang, die Fragen der Finanz- und Bezahlungsmodalitäten sind schwierig.“

Gleichwohl – Kontakte haben die Bremer Besucher reichlich geknüpft, und eben darum sollte es zunächst einmal gehen. „Man begegnete uns mit Offenheit und Fairness“, so Delegationsleiter Dubbers-Albrecht. Man wolle Anschluss finden an Kontakte, die vor 30, 40 Jahren aufgebaut worden seien, so Delegationsmitglied Jens Dörken vom Bremer Holzverpackungsdienstleister Carl Gluud.

Das Land, das so lange vom Weltmarkt abgeschottet war, hat die Besucher aus Bremen aber auch überrascht. So seien viele der Gesprächspartner Frauen gewesen – selbstbewusst und gebildet. Sie begegneten den Bremern „nicht als Dolmetscher, sondern als Partner“, so Dörken.

Und in so mancher Fabrik, die die Bremer Delegation besichtigt hat, standen Maschinen aus deutscher Produktion – trotz des Embargos. In einer Porzellanfabrik in Isfahan etwa sorgte der professionelle Organisationsgrad „bis hin zu Mülltrennung“ für Erstaunen. Zudem fertigt das Unternehmen Porzellan für die US-Hotelkette Hyatt. Trotz des Embargos.

Mehr als 60 Bremer Unternehmen haben bereits Geschäftsbeziehungen in den Iran. Nach dem Willen der Handelskammer aber sollen es noch deutlich mehr werden. Wegen des Embargos waren Bremens Exporte in den Iran auf weniger als sieben Millionen Euro jährlich zurückgegangen.

Nun, nach Lockerung der Sanktionen, gebe es viel Luft nach oben. Chancen dafür biete auch der im Lande offensichtliche „Investitions- und Erneuerungsbedarf“, so Delegationsleiter Dubbers-Albrecht. Mancherorts habe er sich an „Prag, Budapest, Ost-Berlin“ erinnert gefühlt.

Mit Blick auf Bremen kritisierte Dubbers-Albrecht gestern noch einmal die aus seiner Sicht „mangelnde politische Begleitung“ der Reise. Da werde es noch „ganz persönliche Gespräche geben“. Dubbers-Albrecht: „Ich denke, der Senat hat erkannt, dass dies hier nicht gut gelaufen ist.“ Beim Stiftungsfest des Ostasiatischen Vereins habe Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) bereits darauf hingewiesen, dass der Senat bei der geplanten Vietnam-Reise im November unbedingt dabeisein müsse.

Nicht, dass Bremens Wirtschaft sich nicht selbst vertreten könne. Aber: „Der politische Mandatsträger öffnet Türen und ermöglicht Zugänge, die sonst gar nicht oder sehr viel schwerer möglich wären.“

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