Handbuch zum Friedhof Riensberg / Monumente, Kunstwerke, Persönlichkeiten

Ein Rundgang von A bis Z

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Bilder und Biographien: Blick in das neue Handbuch zum Friedhof Riensberg.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Hier liegen Sie richtig! Wer abseits der Altstadtpfade einen kleinen Spaziergang durch bremische Geschichte machen möchte, kann das gut auf dem Friedhof Riensberg in Schwachhausen machen. Prachtvoll gestaltete Grabkunstwerke des Bürgertums sind hier ebenso zu finden wie die Gräber bekannter Künstler, Kaufleute und Politiker.

Viele berühmte Bremer sind hier begraben, unter ihnen Magdalene Pauli („Sommer in Lesmona“), Kaffee-Kaufmann Johann Jacobs und Nachkriegsbürgermeister Wilhelm Kaisen. Flugpionier Henrich Focke, „Astoria“-Besitzer Emil Fritz, Reeder Hermann Henrich („H.H.“) Meier (Norddeutscher Lloyd). Und, und, und. Jetzt gibt es – wenn man so will – das Buch zum Friedhof, ein Nachschlagewerk der Bremer Kulturwissenschaftlerinnen Gerda Engelbracht und Andrea Hauser. Erschienen ist der Band in der Edition Falkenberg.

Wie ein Park ist der Friedhof angelegt – ein Park voller melancholisch-prachtvoller Kunstwerke. Engel, Monumente, Lorbeerkränze. Zugleich ist Riensberg, wie der Waller Friedhof 1875 eröffnet, Denkmal der bürgerlichen Bestattungskultur in Zeiten einer sich wandelnden Umgangs mit sterblichen Überresten. Letzte Ruhe in Friedwäldern, Lockerung des Friedhofszwangs für Urnen – undenkbar in Zeiten, als hanseatische Familien ihren Toten wahre Denkmäler errichten ließen.

In dem Buch haben sie alle nochmal ihren Auftritt – von A wie August Abbehusen (1875 bis 1941, Architekt) bis Z wie Paul Zauleck (1849 bis 1917, Pastor an der Friedenskirche). Den Personen und Persönlichkeiten werden nicht allein Porträts zugeordnet, sondern auch mal Fotografien ihrer Gräber, ihrer Unternehmenssitze, ihrer Produkte. Wie in einem Lexikon kann man in diesem Buch stöbern. Man kann es aber auch mitnehmen zum Riensberg-Rundgang. Liegeplätze und Grabfelder sind vermerkt, eine Karte findet sich am Ende des Buch, das zudem etliche Stichworte zu Friedhofskultur und -ordnung sowie zu kunsthistorischen Aspekten enthält.

Die Friedhöfe Riensberg und Walle, die beide heute so manchem Spaziergänger geradezu romantisch erscheinen, wurden übrigens aus recht unromantischen Gründen angelegt. Bremen wollte die Friedhöfe Doventor und Herdentor aufgeben, weil es Platz für den wachsenden Eisenbahnverkehr brauchte. Und für einiges mehr. „Auf dem Areal des Friedhofs Doventor wurde 1931 das Arbeitsamt gebaut, der südliche Teil des Herdentorsfriedhofs verschwand unter den Bahnanlagen“, heißt es in dem Buch von Gerda Engelbracht und Andrea Hauser.

Gerda Engelbracht und Andrea Hauser: „Der Friedhof Riensberg – Ein Handbuch von A bis Z“. Edition Falkenberg, 176 Seiten, 234 Abbildungen. Der Band enthält 200 Kurzbiographien und 170 weitere Stichworte. Preis: 15,90 Euro.

www.umweltbetrieb-bremen.de

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