Missbrauchsvorwürfe gegen Priester

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Nach Bekanntwerden der Vorälle ist der Priester in den Ruhestand versetzt worden.

Bremen (gn) - Ein 67 Jahre alter katholischer Priester steht im Verdacht, in den 70er Jahren als Kaplan in der St.-Marien-Gemeinde in Walle einen Jungen sexuell missbraucht zu haben.

Der Pastor ist seit 1995 im Erzbistum Hamburg tätig und war zuletzt als Seelsorger in Albanien eingesetzt. Wegen der Vorwürfe wurde er im März in den Ruhestand versetzt.

Bereits 2004 hatte sich ein Mann an das Erzbistum Hamburg gewandt und berichtet, er sei von dem Priester 1972 oder 1973 sexuell belästigt worden. Damals, so bestätigte ein Sprecher der Erzdiözese gestern, habe es Kontakte zwischen dem Mann und dem Seelsorger gegeben. Der Mann habe Pläne gehabt, den Priester möglicherweise anzuzeigen. Das Bistum, so räumte der Sprecher ein, habe damals aber nicht weiter nachgehakt. Nun habe man im Zuge der Kenntnis von weiteren Vorwürfen, nach denen der Geistliche zwischen 1976 und 1983 zwei Mädchen in Lingen im Bistum Osnabrück sexuell misbraucht haben soll, sowie der bundesweiten Aufklärungskampagne die zuständigen Staatsanwaltschaften informiert.

Propst Dr. Martin Schomaker bedauerte den Fall zutiefst. Nach Angaben von Sprecherin Martina Höhns sei der Katholische Gemeindeverband Bremen sehr an der Aufklärung des Falls interessiert und bemühe sich um Transparenz. Mit dem Priester selbst werde man keinen Kontakt aufnehmen, sondern die Staatsanwaltschaft ihre Arbeit machen lassen.

Wie Staatsanwalt Dr. Jörn Hauschild aus den Unterlagen des Erzbistums Hamburg entnahm, soll es 1972/73 nicht zu „schwerwiegenden Übergriffen“ gegen den Jungen gekommen sein. Er habe den damaligen Kaplan durch ein klares „Nein“ abwehren können. Die Staatsanwaltschaft werde sich nun bemühen, weitere Details herauszufinden, so auch das damalige Alter des möglichen Opfers. Vieles spreche dafür, dass eventuelle Taten verjährt sind. Doch auch das werde geprüft.

Den Angaben nach war der Priester auch in Lingen als Kaplan tätig. 1995, nach Gründung des Erzbistums Hamburg, wechselte er dorthin. Schon damals und auch viele weitere Jahre, so der Sprecher der Diözese, sei er in der Seelsorge in Albanien tätig gewesen. Dort habe er vermutlich auch mit Kindern zu tun gehabt.

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