9 000 Gäste in ausverkaufter Stadthalle

Hamburger Großmaul Chris Tall serviert derbe Witze

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Chris Tall zählt längst zu den Spitzenkräften der Comedy-Szene. Am Sonnabend gastierte er im typischen Outfit in der ausverkauften Stadthalle.

Bremen - Von Martin Kowalewski. „Oh, der ist aus Hamburg. Lass‘ gehen“, mimt er scherzhaft einen fiktionalen Zuschauer und tut so, als wolle er sich davonmachen. Die spezielle, nicht zuletzt vom Fußball geprägte Beziehung zwischen Bremern und Hamburgern handelt Chris Tall gleich zu Beginn des Programms „Und jetzt ist Papa dran“ ab am Sonnabend in der ausverkauften Stadthalle (ÖVB-Arena) ab.

„Wer von Euch ist aus Bremen, mal melden. Was nur elf?“ Bei der Gegenprobe gehen eine Menge Arme hoch. Das Publikum scheint auch zum Scherzen aufgelegt zu sein. „Als Hamburger ist das schon ein komisches Gefühl, wenn man hierherfährt. Auf der A1 denkt man sich, dreh um“, scherzt er weiter. Dann erzählt er, wie er in Bremen vor 50, später vor 5000 Menschen gespielt hat. Nun steht er vor 9000 Besuchern.

Bald findet Tall einen Liebling im Publikum, mit dem er über den Abend hinweg immer wieder von der Bühne herab plauscht: Philipp. Nicht ganz unerwartet geht es zunächst um das Thema „Gewicht“. „Endlich bin ich mal nicht der Fetteste hier“, sagt Tall. Dann erfährt er, wo Philipp herkommt. „Meine Hood-Liebe Delmenhorst“, sagt er genüsslich. „Du arbeitest beim Brandschutz? Ach, Du bist die Löschdecke!“

Bald ist Papa dann Thema. Den hat Chris an sein „I-Phone X“ gelassen. Er mimt einen Blick aufs Handy. Die Finger arbeiten sich an einem fiktionalen Touch-Screen ab. Eigentlich ein Pokerface, denn erst nach zehn Minuten gibt Papa zu, er bekommt es nicht entsperrt. „Gesichtserkennung. Das geht nur mit meinem Gesicht“, deutet er einen Dialog an, um die Geschichte dann zu beenden. 

Papa macht die Dates für Chris

„Vater holt eine Bockwurst, entsperrt. Zehn Minuten später spielt er wild.“ Angeblich ist es Memory. Papa ist bei einer Dating-Plattform. „Da geht es nicht darum. Paare zu finden. Da wirst Du Paar!“ Stolze 68 Dates hat Papa ungewollt für Chris vereinbart.

Kurz darauf beantwortet Tall einen schwer verständlichen Zwischenruf aus dem Publikum. „Was? Du willst ein Kind von mir? Ich hab‘ keins.“ Vielmehr folgt ein ernstes Thema. Tall ist schon längere Zeit alleine. Da er auch Schauspieler ist, kündigt er an, auf der Bühne zu weinen. Er gibt sich Mühe. Guckt treu, mit starrem Blick. Dann dreht er sich um. Dreht sich wieder dem Publikum zu. Ein trauriges Gesicht. Er beginnt zu singen: „Sieh‘ in Dein Herz.“ Dann muss er lachen. Doch immerhin hat Papa eine Menge Dates gemacht. Also ran. Die geschilderten Dates laufen sehr unterschiedlich.

Tall ist und bleibt ein liebenswertes Großmaul aus Hamburg. Die Schirmmütze falsch herum, so dass die Haare mal wild durch eine Öffnung über dem Clip zur Verstellung der Größe heraushängen. Mit viel Lebendgewicht agiert er wild auf der Bühne. Jede Randgruppe kann Gegenstand eines Witzes sein und absolut jeder, das sagt Tall, ist im Publikum willkommen.

Der Abend ist voller derber Witze über fast alles und jede Bevölkerungsgruppe und lockerer Herzlichkeit. Arne (30) aus Bremen mag das. Er sagt: „Es war toll. Chris Tall hat einen wunderbaren Humor.“

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