Nestflüchter wollten in die große weite Welt

Hamburg statt Hamm! Schüler-Abenteuer endet in Bremen

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Hier im Bremer Bahnhof war das spontane Abenteuer zu Ende.

Von Hamm in die große weite Welt - warum nicht? Zwei junge Schüler wollten sich diese schöne Idee spontan erfüllen. Doch nicht alle Beteiligten hatten daran so viel Spaß wie die beiden...

Hamm/Bremen - Von Markus Hanneken. Das elfjährige Mädchen und sein zwölfjähriger Schulkamerad hatten sich am Montagmorgen spontan überlegt, Hamburg zu besuchen. Immerhin habe die Stadt ja Weltstadt-Flair und sogar einen Fischmarkt! Anstatt in die Schule zu gehen, stiegen die Kinder also gegen 10.20 Uhr im Hammer Bahnhof in die Eurobahn nach Münster und dort dann in einen IC Richtung Hamburg.

Die Zugbegleiterin des IC 2310 bemerkte, dass die Kinder nicht nur ohne Eltern und fehlende Fahrscheine unterwegs waren, sondern für ihre „große Reise" nur Kleingeld vorlegen konnten; ihre Nahverkehrskarten galten natürlich nicht für die Fahrt bis zur Waterkant.

Sie informierte die Bundespolizei in Bremen, die die beiden jungen Hammer dort nach der Ankunft um 12.16 Uhr aus dem Zug holten und in Schutzgewahrsam nahmen. Voller Respekt, aber munter plaudernd seien sie den Beamten dort auf die Wache gefolgt, schilderte Polizeisprecher Holger Jureczko den Vorgang amüsiert.

Eltern fallen aus allen Wolken 

Weniger locker reagierten die Eltern der Nestflüchter: Sie fielen bei deren Anruf natürlich aus allen Wolken - wähnten sie ihre Sprösslinge doch lange in der Schule!

Um weitere fixe Abenteuer zu vermeiden, organisierte die Bremer Bundespolizei die Rückfahrt mit Aufsicht des Zugpersonals bis Münster und die "Umsteigeüberwachung" durch Bundespolizisten im Bahnhof Münster. Um 16.37 Uhr endlich zurück in Hamm, wurden die beiden Ausreißer von Verwandten abgeholt.

„Liebe und freundliche Kinder" 

Tatsächlich sei es nicht ungewöhnlich, dass Kinder mit dem Zug von Zuhause ausbüxen und "das Tor zur Welt" suchen, weiß der Polizeisprecher aus langjähriger Erfahrung. Doch zumeist handele es sich dabei um traurige Anlässe und bitte Schicksale. Zum Glück sei es diesmal nicht so gewesen, freute sich Jureczko: „Das waren zwei liebe und freundliche Kinder!"

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