Neue Ideen für Bremer Innenstadt

Halves: „Einfach mal machen“

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Nach Vorstellung der City-Initiative soll die Knochenhauerstraße demnächst zur Fußgängerzone mit zahlreichen Sitzgelegenheiten werden.

Bremen - Von Viviane Reineking. Zwei Stunden lang sind Vertreter der City-Initiative am Donnerstag mit Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) durch Bremen spaziert. Dabei wollten die Einzelhändler nicht etwa das warme Sommerwetter genießen, sondern dem Politiker und seinen Mitarbeitern kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zur Belebung und Entwicklung der Innenstadt präsentieren.

Die Bremer City soll schöner werden, mehr Aufenthaltsqualität bieten und damit mehr Käufer in die Stadt locken. Kurzfristige Maßnahmen sieht das „Bremer Cityprogramm 2016/2017“ vor. AM Donnerstag haben Jan-Peter Halves, Geschäftsführer City-Initiative, gemeinsam mit dem Vorstand um Jens Ristedt, Stefan Storch und Carsten Frenz einen Rundgang mit Vertretern des Wirtschaftsressorts unternommen, um für konkrete Maßnahmen zu werben, die „in den nächsten zwei Jahren umsetzbar und nicht sehr kostenintensiv sind“, wie Halves sagte.

Diskutierte Projekte wie etwa ein Parkhaus unter dem Wall seien nicht von heute auf morgen zu verwirklichen, so Halves. Trotzdem: „Wir müssen in der Umsetzung von Maßnahmen schneller werden.“ Deshalb seien Projekte wichtig, die noch in diesem Jahr realisiert werden könnten. Projekte wie freies WLAN in der City, um die analoge mit der digitalen Welt zu vernetzen. In vier Wochen sollen zum Beispiel freie Zugänge im Bereich Sögestraße, Obernstraße, Marktplatz und Schnoor geschaffen werden.

Dunkel und wenig attraktiv ist die Kleine Hundestraße (hier der Blick Richtung Lloydpassage) derzeit. Die Einzelhändler wünschen sich eine Belebung etwa durch modernere Beleuchtung.

„Verbinden“ ist ebenfalls das Stichwort, wenn es um die Altstadt und das „Viertel“ geht: So könne nach Vorstellung der Einzelhändler über eine neuartige Licht-Glastechnik die Gerichtsbrücke zwischen Amts- und Landgericht als „überdimensionaler Wegweiser“ von der Domsheide in Richtung Ostertorsteinweg wirken. In Gegenrichtung wären etwa Ankündigungen für Veranstaltungen in der Altstadt möglich. „Warum nicht schon einen Test zur Weihnachtszeit wagen?“, so Halves. „Wir wollen ein Projekt auch einfach mal machen. Man muss akzeptieren, dass dann vielleicht nicht gleich alles perfekt ist.“

Viele kleine konkrete Maßnahmen zügig umzusetzen, das hat Halves zufolge auch eine symbolträchtige Wirkung für die Einzelhändler. Um den Rundlauf in der Innenstadt zu verbessern, soll die Knochenhauerstraße ab der Einfahrt zum Parkhaus Mitte (Carl-Ronning-Straße) innerhalb von zwei Jahren zur Fußgängerzone umgestaltet werden. Die gastronomischen Betriebe hätten so mehr Platz für ihre Außenbewirtung. Die Carl-Ronning-Straße sollte vor der angestrebten Umgestaltung im Jahr 2018 bereits jetzt verschönert werden – breitere Gehwege, Grünpflanzen und die Neuordnung der Fahrradständer hat die Initiative in ihr Positionspapier aufgenommen.

Dunkel und unattraktiv: „Keinerlei Ansprüchen an einen zeitgemäßen Städtebau“ werde derzeit die Verbindung zwischen Lloyd-Passage und Knochenhauerstraße – die Kleine Hundestraße – gerecht. Ein moderner „Lichthimmel“ statt antiquierter Beleuchtung, ein Fußgängerüberweg und ein „Groß-Graffito“ könnten den vernachlässigten Bereich aufwerten.

Weitere kurzfristige Maßnahmen: Die Aufwertung der Obernstraße durch Kunstaktionen, Sitzgelegenheiten und Begrünung sowie eine ampelfreie Querung der Violenstraße auf Höhe der Bischofsnadel. Anderes hat langfristigeren Charakter: die Verlegung der Straßenbahn aus der Obernstraße in die Martinistraße („Ein Quantensprung in der städtebaulichen Qualität“) und die Gewinnung von neuen Ladenkonzepten sowie eine stärkere Angebotsvielfalt von Cafés, Dienstleistungen und Einzelhandel.

Wie sieht der Wirtschaftssenator die Positionen der City-Initiative? Halves: „Ich habe den Eindruck, wir sprechen da eine Sprache.“

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