66-Jähriger soll fünf Jahre hinter Gitter

Lange Haftstrafe für Koks in Wakeboards

Das Landgericht hat den 66-jährigen Angeklagte (Mitte) am Mittwoch wegen Drogenschmuggels zu fünf Jahren Haft verurteilt. Vor Gericht übersetzte eine Dolmetscherin (links). Rechts: sein Verteidiger Carsten Scheuchzer. - Foto: Koller
+
Das Landgericht hat den 66-jährigen Angeklagte (Mitte) am Mittwoch wegen Drogenschmuggels zu fünf Jahren Haft verurteilt. Vor Gericht übersetzte eine Dolmetscherin (links). Rechts: sein Verteidiger Carsten Scheuchzer.

Bremen - Ein 66-jähriger Mann ist am Mittwoch vom Landgericht Bremen wegen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden.

Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, im November vergangenen Jahres 5,2 Kilogramm Kokainpaste in extra dafür präparierten Wakeboards über Kolumbien, Panama und die Niederlande nach Bremen geschmuggelt zu haben.

Die Kammer blieb mit ihrem Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die in ihrem Schlussvortrag sieben Jahre und elf Monate Haft gefordert hatte. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Carsten Scheuchzer, hatte auf Freispruch plädiert.

Es biete sich insgesamt ein „niederschmetterndes Bild“, so die Richterin beim Urteil. Der 66-Jährige sei einschlägig vorbestraft und in Spanien 2013 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Mit dem jetzigen Urteil solle auch dokumentiert werden, dass man sich solche schweren Straftaten nicht gefallen lassen könne, sagte die Richterin. Der Mann gehöre aber nicht zu den großen Hintermännern, sei nur Transporteur gewesen ohne ein „erhebliches Gewinninteresse“.

Haftstrafe in Spanien wird berücksichtigt

Bei der Urteilsfindung wurde laut Gericht neben dem fortgeschrittenen Alter des Angeklagten auch berücksichtigt, dass er vermutlich in Spanien eine weitere mehrjährige Haftstrafe anzutreten habe, bevor er dann in sein Heimatland Kolumbien abgeschoben werden könne.

Der Angeklagte hatte beim Prozessauftakt erklärt, er habe nicht gewusst, dass er Drogen bei sich führte. Vielmehr gehe er davon aus, in „eine Falle getappt“ zu sein. „Ich bin im Leben nicht auf die Idee gekommen, Drogen zu schmuggeln“, hieß es vom 66-Jährigen. Das Koks mit einem Wirkstoffgehalt von 69 Prozent und einem Straßenverkehrswert von rund 400.000 Euro stammte aus Kolumbien. Dort habe er die (präparierten) Wassersportbretter von einem „Bekannten“ überreicht bekommen, gab der Angeklagte an. 

Auf seiner Reise nach Bremen über zwei Flughäfen in Kolumbien sowie über Panama-Stadt und Amsterdam bemerkte offenbar niemand etwas von der brisanten Fracht des 66-Jährigen. Erst am Bremer Airport stellten aufmerksame Zollbeamte die Betäubungsmittel sicher.

Von potenziellen Abnehmern der Drogen habe er nicht gewusst, so der Angeklagte vor Gericht. Er sollte, so sagte er aus, nach seiner Ankunft in der Hansestadt ein Hotelzimmer beziehen. Am darauffolgenden Tag hätte ein „Freund seines Bekannten“ die Wakeboards abholen wollen. - ko/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Brand in Seniorenheim: Eine Person stirbt bei Feuer in Findorff

Brand in Seniorenheim: Eine Person stirbt bei Feuer in Findorff

Brand in Seniorenheim: Eine Person stirbt bei Feuer in Findorff
Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten

Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten

Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten
Attacke mit Fäusten, Rasierklinge und Besenstiel

Attacke mit Fäusten, Rasierklinge und Besenstiel

Attacke mit Fäusten, Rasierklinge und Besenstiel
Corona in Bremen: Inzidenz sinkt – jetzt gelten neue Quarantäne-Regeln

Corona in Bremen: Inzidenz sinkt – jetzt gelten neue Quarantäne-Regeln

Corona in Bremen: Inzidenz sinkt – jetzt gelten neue Quarantäne-Regeln

Kommentare