Gefährliche Körperverletzung in Bremerhaven: Schmerzensgeld für Opfer

Haftstrafe für 22-Jährigen

Tritte, Schläge, Alkohol: Der 22-jährige Angeklagte wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Foto: KOLLER

Bremen – Das Bremer Landgericht hat am Dienstag einen 22-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Der Angeklagte hatte nach einem Discobesuch in Bremerhaven zwei Männer mit Tritten und Faustschlägen schwer verletzt.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der gebürtige Pole Anfang November 2018 stark alkoholisiert die beiden Cousins, die sich zum Tatzeitpunkt an der Hafenstraße aufhielten, angegriffen hatte. Einem seiner Opfer schlug der Angeklagte nach einem kurzen Wortgefecht mehrfach „unvermittelt“ und „wuchtig“ mit der Faust ins Gesicht, so dass der Mann benommen zu Boden ging, sagte die Vorsitzende Richterin Andrea Schneider. Dem bewusstlosen Opfer trat der 22-Jährigen dann mindestens einmal gegen den Kopf. Dem anderen Opfer, das seinem Cousin zur Hilfe eilen wollte, versetzte der Mann laut Gericht einen „gezielten“ Tritt gegen den Oberkörper. Der Mann geriet ins Taumeln, prallte gegen ein Schaufenster, das kurz darauf zu Bruch ging.

Beide Männer mussten im Krankenhaus behandelt werden. Bei einem der Opfer diagnostizierten Ärzte mehrere Riss- und Quetschwunden im Gesicht und am Kopf, Verletzungen an Armen und am Rücken sowie einen Kieferbruch. Der andere Mann musste später aufgrund eines Wirbelschadens im Nackenbereich ebenfalls operiert werden. Das Gericht konnte jedoch nicht zweifelsfrei feststellen, ob die Verletzung im Nacken durch den Tritt des 22-Jährigen verursacht wurde. Auf eigene Initiative hatte der Pole Schmerzensgeld für beide Männer angeboten. Jetzt muss er insgesamt 10 000 Euro an die Opfer zahlen.

Der Mann, über den die Vorsitzende Richterin sagte, die Aggressionen seien „ausschließlich von ihm ausgegangen“, war nach der Tat zunächst nach Polen geflohen. Wenige Monate später wurde er jedoch nach Deutschland ausgeliefert und muss nun seine Haftstrafe vorerst in Bremen absitzen.

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