Umfassende IT-Sicherheitsarchitektur auf 

Projekt „SecProPort“: Häfen schützen sich vor Cyberangriffen

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Ein Cyberangriff könnte ganze Häfen lahmlegen. Davor soll eine umfassende IT-Sicherheitsarchitektur schützen, die im Rahmen des Projekts „SecProPort“ aufgebaut wird.

Bremen - Moderne See- und Binnenhäfen werden zunehmend durch IT-Systeme gesteuert. Der reibungslose Informationsaustausch zwischen den Hafenakteuren ist dabei von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Bereits kürzeste Systemausfälle können zu erheblichen finanziellen Schäden führen.

Im neuen Projekt „SecProPort“, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit rund 2,8 Millionen Euro gefördert wird, entwickelt ein Konsortium aus Industrie und Forschung – darunter das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Universität Bremen – eine Sicherheitsarchitektur, die der Hafenlogistik einen umfassenden Schutz vor Cyberangriffen bieten soll.

Der gesamte Verkehr im Norden Deutschlands lahmgelegt wegen eines Angriffs auf die IT-Struktur der Bremer Häfen. Das klingt wie Science Fiction. „Ist es aber keineswegs“, sagt eine DFKI-Sprecherin. „Zu einer ähnlichen Situation kam es im Sommer 2017 nach einem Cyberangriff auf IT-Systeme einer der weltgrößten Reedereien – mit erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen.“

Ein Grund für die weitreichenden Folgen: Heute sind alle am Hafentransport beteiligten Akteure, unter anderem Terminalbetreiber, Reeder, Spediteure, Betreiber von Hafen-IT, Bahn, Hafenbehörden, Zoll, über ihre eigenen, historisch gewachsenen IT-Systeme in einem komplexen Hafenkommunikationsverbund miteinander vernetzt. „Gelingt es einem Angreifer, diesen Verbund erfolgreich anzugreifen, kann er manipulierte Nachrichten in das Gesamtsystem einspielen und beispielsweise Containerinformationen manipulieren, vertrauliche Daten abgreifen oder Zollfreigaben blockieren“, so die Sprecherin. Dies könne schlimmstenfalls zu einem Totalausfall des gesamten Hafenbetriebs einschließlich der damit verbundenen Transportinfrastruktur führen.

Trotz der großen Sicherheitsrisiken aber existiert bislang keine umfassende Sicherheitsarchitektur, die den gesamten Hafenkommunikationsverbund vor derlei Angriffen schützt. Hier setzt das am 1. November gestartete Verbundprojekt „SecProPort“ an, welches vom Verkehrsministerium im Rahmen des Förderprogramms Innovative Hafentechnologien über eine Laufzeit von drei Jahren gefördert wird. Dieses hat zum Ziel, eine allgemeine und umfassende IT-Sicherheitsarchitektur für das in Häfen zum Einsatz kommende Kommunikationsnetzwerk zu entwickeln.

Zur Umsetzung der angestrebten Architektur werden den Angaben zufolge zunächst typische Angriffsszenarien der im Hafenkommunikationsverbund verarbeiteten Informationen analysiert. Darauf aufbauend soll die Sicherheitsarchitektur für den Verbund erarbeitet und in Zusammenarbeit mit den Anwendungspartnern umgesetzt werden. Das Projekt verfolge einen präventiven Ansatz, heißt es. So spielten Sicherheitsaspekte im Entwicklungsprozess von Anfang an eine zentrale Rolle, um später im Angriffsfall größere Schäden zu verhindern. 

je

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