Deutsche Häfen

Häfen in Bremen und Hamburg: Mittelstand fordert Konzept

Bei trüben Novemberwetter gehen Passanten in Hamburg-Altona am Hafen spazieren.
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Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft fordert ein Konzept für die Zusammenlegung der Nordseehäfen in Hamburg (im Bild) und Bremen. (Archivbild)

Die Häfen in Bremen und Hamburg wollen zusammengehen, um wettbewerbsfähiger zu werden. Jetzt wird erstmals ein Häfenkonzept dafür gefordert.

Bremen/Hamburg – Die Spatzen pfeifen es schon länger von den Dächern: die Nordseehäfen der deutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen sollen nach jahrelangen Diskussionen nun endlich doch fusionieren. Statt sich Konkurrenz zu machen, sollen sie zusammenrücken. Das ist gerade in der Corona-Krise interessant, sind doch viele Lieferketten unterbrochen. Zeit also, um Pläne zu schmieden. Denn die Konkurrenz schläft nicht.

Wirtschaftsverband:Bundesverband mittelständische Wirtschaft
Hauptsitz:Berlin
Gründung:1975
Leitung:Hans-Michael Pott und Jochen Leonhardt
Geschäftsführer:Markus Jerger

Auch der deutsche Mittelstand macht sich inzwischen stark, im Interesse der deutschen Wirtschaft für eine weitgehende Kooperation der Nordseehäfen in Hamburg und Bremen zu werben. „Aus Gesprächen unserer Experten mit Mittelständlern vor Ort wissen wir, dass es einen weitgehenden Konsens über den Handlungsbedarf in den deutschen Häfen gibt. Auch die Länder sprechen sich immer deutlicher für eine engere Zusammenarbeit der Häfen aus“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Markus Jerger, der dpa.

Kooperation der Häfen Bremen und Hamburg: Ampel-Koalition will eine „Nationale Hafenstrategie“

Die Summe der Maßnahmen in der bisherigen Hafenplanung reiche aus heutiger Sicht nicht mehr aus, so der Geschäftsführer. Sie scheinen eher zur prekären Situation der Häfen in Bremen und Hamburg beizutragen.

Jerger wies darauf hin, dass die neuen Berliner Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart haben, eine „Nationale Hafenstrategie“ zu entwickeln und die enge Zusammenarbeit der deutschen Häfen zu fördern. „Der Bund steht zur gemeinsamen Verantwortung für die notwendigen Hafeninfrastrukturen“, heißt es in dem 177 Seiten starken Koalitions-Vertrag. Demnach soll unter anderem der Anteil der Schifffahrt im Güterverkehr gestärkt werden. Zudem sollen Hinterlandanbindungen verbessert werden.

„Vor diesem Hintergrund fordert der Mittelstand die Entwicklung eines gemeinsamen Hafenkonzeptes der Länder Bremen und Hamburg“, sagte Jerger. „Der Start der Ampel-Koalition bietet auch für die Länder die Chance, neue Wege zu gehen und gemeinsame Lösungen zu finden.“

Häfen in Hamburg und Bremen sollen fusionieren: nach jahrzehntelanger Diskussion in greifbarer Nähe

Laufende Gespräche über ein Hafenkonzept in Bremen und der für 2022 geplante neue Hamburger Hafenentwicklungsplan sollten miteinander vernetzt werden. „Diese hervorragende Grundlage sollte dafür genutzt werden, beide Konzepte zu einem standortübergreifenden, gemeinsamen und besseren Hafenkonzept zu transformieren“, so der Mittelstandsvertreter. „Auf diese Weise ließen sich die Position der Häfen, die Wertschöpfung in den Hafenbereichen selbst und auch die Regionen und Unternehmen im Hinterland der Häfen stärken.“

Die Idee einer hafenübergreifenden Zusammenarbeit der bislang konkurrierenden Seehäfen an der deutschen Nordseeküste wird seit Jahrzehnten immer wieder vorgetragen, hat aber bisher nie zu greifbaren Ergebnissen geführt. Unter dem Eindruck wachsender Marktanteile der großen Konkurrenten Rotterdam und Antwerpen verhandelt zwar seit Frühjahr 2020 der Hamburger Hafen- und Logistikkonzern HHLA mit dem Bremer Terminalbetreiber über eine mögliche Zusammenführung der Aktivitäten von acht Containerterminals in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven. Ein engeres Zusammenrücken der in Länderbesitz befindlichen Häfen insgesamt ist aber nicht Gegenstand dieser Gespräche. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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