„Euro-Modell“ lockt Fans von Eisenbahnen und Schiffen auf die Bürgerweide

Das H0-Herz schlägt höher

Bremen - Von Corinna Laubach. Es ist schon eine besondere Welt, die derzeit in den Hallen 4 bis 6 auf der Bürgerweide aufgebaut ist. Vieles ist klein, detailgetreu im noch so kleinsten Maßstab wiedergegeben und immer mit Herzblut entstanden. Man kann mit dieser Welt fremdeln, man kann sie aber auch einfach mal neugierig betreten.

Beim ersten Rundblick über die Messe bestätigen sich zunächst einmal Klischees: Der Modellbaufan ist vorzugsweise männlich, hat meist die 50 überschritten und bedient gerne eine Fernbedienung oder eine Schaltung. Modelleisenbahnen sind auf der „Euro-Modell“ natürlich eines der dominierenden Themen. Und da weiß man gar nicht, wohin zuerst mit Augen und Ohren. Es tutet, Dampfeisenbahnen zischen, und dies gleichmäßige Rattergeräusch von langen Zügen ist allerorts zu vernehmen. Wenn nicht hier, dann wird wohl nirgendwo das H0-Herz eines echten Modelleisenbahners höherschlagen. Clubs aus England und den Niederlanden, Hannover, Uetersen und und und haben gigantische Anlagen aufgebaut, in denen jedes Sandkorn, jede Spur, jede Figur an der richtigen Stelle sitzen. Heiner Wurbs probiert gerade an einem kleinen Tischchen seine jüngste Märklin-Errungenschaft aus. „Ja, die fährt prima“, so sein erster Eindruck auf der Teststrecke. Überhaupt, kaufen kann man auf der Messe auch so ziemlich alles, was man für die Modellbauwelten braucht. Und nicht nur für die Eisenbahn. Autos, Flugzeuge und Schiffe plus immensem Zubehör stehen neu und gebraucht zur Auswahl.

Wer einen originalgetreuen Nachbau des Bahnhofs Ziesar, ein wunderschöner, barockanmutender Bau, auf seiner Anlage haben will, der kann ihn sich selber bauen – nach Anleitung von Walfried Fehse. Der Magdeburger ist Modellbogendesigner und freut sich auf das sachkundige Bremer Publikum. „Es ist immer wieder eine Freude hier, vor allem der Austausch ist wichtig, wenn man ansonsten viel in seinem Kämmerlein sitzt“, meint er. Modellbau sei immer noch beliebt, aber „die Modellbahn ist nicht mehr der Traum eines jeden Jungen“, sagt auch der Fachmann.

Damit sich das ändert oder anders gesagt, eine Tradition nicht ausstirbt, wird auf der „Euro-Modell“ auch einiges für die Kleinen geboten: Papphäuschen werden gebaut, man kann selber Autos steuern, Flugzeuge in die Luft steigen lassen. Und mit Lego kann an einer großen Tafel gebaut werden. Überhaupt, aus Lego, da können ja immer noch phantastische Welten entstehen. Mitten in Halle 5 ist eine immense Legostadt aufgebaut. Die Holländer, die hier sogar den Eiffelturm aus den kleinen Steinen haben entstehen lassen, werden mit Lob überschüttet. So wie von Felix, der mit Opa Jürgen mit staunenden Augen vor der Anlage steht. „Guck mal, ein Riesenflughafen ist da“, sagt Felix und läuft schnell auf die andere Seite, um alles in Augenschein zu nehmen. „Hard-Core-Modellbau“ steht auf den T-Shirts der Fans ein paar Stände weiter. Wie gesagt, eine andere Welt – in der man aber vollends aufgehen kann.

Die „Euro-Modell“ ist noch heute, Sonnabend, von 10 bis 18 Uhr und morgen, Sonntag, von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet zwölf Euro, für Kinder fünf.

Rubriklistenbild: © Foto: Bahlo

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