Daniela Gass gewinnt Frauen-Konkurrenz

Gut, dass es wieder gekribbelt hat

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Champagner, Siegerkranz und Blumen: Für Daniela Gass hat sich der Trip nach Bremen allemal gelohnt.

Bremen - Nach vielen, vielen Jahren durften in Bremen am Samstag auch mal wieder die Frauen auf die Piste. Befürchtungen, es könne dabei vermehrt zu Stürzen kommen, erwiesen sich als unbegründet. Das lag auch daran, dass Erik Weispfennig als sportlicher Leiter nur Einzelwettbewerbe ausgeschrieben hatte.

Gefährliche Ablösemanöver, wie bei den männlichen Kollegen, waren bewusst nicht im Programm. So hatten die Frauen denn auch ihren Spaß. Das galt ganz besonders für Daniela Gass, sozusagen die Mutter der Kompanie im zwölfköpfigen Starterfeld. Während die meisten ihrer Bremer Konkurrentinnen 20 Jahre oder sogar jünger sind, ist Gass immerhin schon 31 Jahre alt, fügt aber gleich hinzu, „dass ich mich in keinster Weise wie 31 fühle“. Warum auch, denn am Samstagabend gewann Gass mit dem finalen Dernyrennen die Damen-Konkurrenz.

Bereits im Alter von acht Jahren, da waren ihre Bremen-Gegnerinnen teilweise noch gar nicht geboren, fuhr Gass, die im pfälzischen Haßloch geboren wurde, seit drei Jahren aber in der Schweiz lebt, schon Rennen. Mit 19 kam dann jedoch der Karriereknick. „Aufgrund von Verletzungen und beruflichen Erfordernissen habe ich ganz mit dem Radrennsport aufgehört“, berichtet Gass. Aber ganz ohne Radrennen ging es dann doch nicht. Die Pfälzerin absolvierte eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und war in ihrem Job wohl so gut, dass der Bund deutscher Radfahrer aufmerksam wurde und ihr eine Anstellung bei der Nationalmannschaft gab. „Das war eine schöne Zeit. Da bin ich viel rumgekommen“, erinnert sich Gass.

Vor zwei Jahren kribbelte es jedoch wieder in den Beinen. Gass stieg wieder aufs Rad, nahm im vergangenen Herbst sogar an der Deutschen Bahn-Meisterschaft in Berlin teil und holte dabei Bronze im Scratch. „Diese längeren Bahnwettbewerbe, bei denen man auch gut sprinten können muss, liegen mir“, meint Gass.

Und wie kam der Kontakt nach Bremen zustande? „Ich kenne den sportlichen Leiter Erik Weispfennig sehr gut. Wir haben früher sogar mal zusammen trainiert. Da war auch der Stefan Steinweg dabei, der jetzt in Bremen als Dernyfahrer unterwegs ist. Erik hat mich angerufen – und ich habe sofort zugesagt. Innerhalb eines solch großen Rennens bin ich noch nie gefahren“, sagt die 31-Jährige. Die Gagen sind bei den Frauen zwar „übersichtlich“, „aber dafür wohnen wir echt feudal im Maritim. Die Veranstalter kümmern sich wirklich gut um uns.“ · töb

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