„Windforce“ für Oktober geplant

Branchentreff in Bremerhaven: Strom vom Meer

Windräder drehen sich im Offshore-Park „Nordsee 1“ vor Spiekeroog.
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Windernte offshore: In deutscher Nordsee und Ostsee drehen sich 1 501 Windräder. Unser Archivbild stammt aus dem Windpark „Nordsee 1“ vor Spiekeroog.

Um die Zukunft der Offshore-Industrie nach dem politischen Förder-Hickhack geht es bei der „Windforce“ Anfang Oktober in Bremerhaven. Partnerland ist Schottland.

Bremerhaven – Die deutsche Offshore-Industrie ist ins Stocken geraten, vor allem politisch ausgebremst worden. Im zweiten Halbjahr 2020 sind keine neuen Windenergieanlagen in deutscher Nordsee und Ostsee ans Netz gegangen. Doch Ausschreibungen laufen, bis 2030 sollen 20 Gigawatt Leistung auf hoher See installiert sein. Bislang sind gut 7,7 Gigawatt am Netz, es bleibt eine Lücke von mehr als zwölf Megawatt.

Die aktuelle Entwicklung der Märkte und die politischen Rahmenbedingungen sind zwei Themenschwerpunkte der für 5. und 6.  Oktober in Bremerhaven geplanten Offshore-Wind-Branchenkonferenz „Windforce“. Gastgeber ist die WAB, das rund 250 Unternehmen starke Windenergie-Unternehmensnetzwerk der Nordwest-Region mit Sitz in der Seestadt, Partnerland ist Schottland.

„Klimaschützende Wertschöpfung“ lautet das Motto der „Windforce 2021“. Die industriepolitische Bedeutung der Zukunftstechnologie Offshore-Wind soll in den Fokus gerückt werden. Für Deutschland gehe es darum, in einer Phase fehlenden heimischen Offshore-Wind-Ausbaus die Internationalisierung der deutschen Marktakteure zu fördern.

7,7 Gigawatt am Netz

Das in mehr als einem Jahrzehnt aufgebaute Know-how der Zulieferindustrie solle einen wichtigen Beitrag für ein kostengünstiges, versorgungssicheres Energiesystem der Zukunft leisten und helfen, wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigungszuwachs anzukurbeln, sagt WAB-Geschäftsführerin Heike Winkler, die sich vom „Klassentreffen“ der Branche „viele inspirierende Präsentationen und Diskussionen“ erhofft. Schottland sei das ideale Partnerland, da schon 2020 mit dem Partnercluster „DeepWind of Scotland“ unter anderem „Cross-Cluster-Workshops“ mit Leben gefüllt werden seien, so Winkler weiter.

Deep-Wind-Clustermanager Paul O’Brien sagt: „Schottlands riesige Offshore-Windressourcen ermöglichen einige der höchsten Kapazitätsfaktoren der Welt und schaffen einige der besten Bedingungen in Europa für die großangelegte ,grüne’ Wasserstoffproduktion.“ Ziel der Zusammenarbeit mit der WAB sei es, „eine Offshore-Windpartnerschaft zu schaffen, um die Dekarbonisierung diverser Industriesektoren zu unterstützen und die Lieferketten in beiden Ländern zu fördern“.

Abkehr von der Kohle

„Aus klimapolitischer Sicht gilt es, die Ausbauziele für Deutschland von 20 Gigawatt bis 2030 und 40 Gigawatt bis 2040 sowie die Ziele für ,grünen‘ Wasserstoff aus Windenergie in der Flächenplanung an Land und auf See zu berücksichtigen“, ergänzt Winkler. Es geht vor allem um eine Abkehr vom Energieträger Kohle. „Wir wollen die Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft mit grundlastnahem Ökostrom und ,grünem‘ Wasserstoff aus Windenergie vorantreiben.“  

27,3 Terawattstunden Offshore-Strom

Ende 2020 waren in der deutschen Nordsee und Ostsee 1501 Offshore-Windenergieanlagen (WEA) mit einer Leistung von 7 700 Megawatt am Netz. Im Jahr 2020 sind lediglich 32 Windräder mit 219 Megawatt Leistung neu hinzugekommen. Das entspricht 15 Prozent der Neubaukapazität von 2017. Die Offshore-Anlagen speisten im vergangenen Jahr insgesamt 27,3 Terawattstunden Strom ins Netz (eine Terawattstunde entspricht einer Milliarde Kilowattstunden). Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt pro Jahr 4 000 Kilowattstunden Strom.

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