Grünen-Fraktionschefin Maike Schaefer präsentiert neue Entwicklungsplanung

Ziel: Lebendige Friedhöfe

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Der Hastedter Friedhof zählt zu den kleineren der 14 kommunalen Friedhöfe in Bremen.

Bremen - Von Jörg Esser. Friedhofsentwicklungsplanung – das ist irgendwie kein neues Thema. Vor allem die kommunalen Grundstücke sind vor Jahren schon einmal in den Fokus der Stadtplaner geraten. Randflächen sollten zu Baugebieten werden, kleine Friedhöfe stillgelegt werden. Doch die Pläne sind wohl vom Tisch. Grünen-Fraktionschefin Maike Schaefer präsentierte gestern ein neues Papier zur „Zukunft der Bremer Friedhöfe“. Sie erteilt einer Stillegung von Friedhöfen eine klare Absage.

Schaefer sagt: „Friedhöfe sollen lebendiger werden.“ Sie seien Orte der Trauer und der Würde, aber auch der Vielfalt und Individualität. Und vor allem sind Friedhöfe für die Grüne „wichtige Grünoasen, die der Naherholung in den jeweiligen Stadtteilen dienen.“ Das soll so bleiben. „Die kommunalen Friedhöfe genießen in der Bremer Stadtgesellschaft einen sehr hohen Stellenwert“, sagt Schaefer. „Ziel muss es daher sein, den hohen kulturellen und grünpolitischen Wert so weit wie möglich zu erhalten.“ Klingt gut.

Bremen unterhält derzeit 14 kommunale Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von 211 Hektar. Belegte Gräber verbrauchen etwa 18 Hektar, für freie Gräber sind noch einmal zehn Hektar reserviert. Der Großteil der Areale allerdings wird als „Rahmengrün“ bezeichnet – knapp 100 Hektar. Die Bewirtschaftung der Friedhöfe kostet Geld. Und die Pflege der Büsche und Bäume rund um die Grabstellen ist allenfalls zur Hälfte durch Friedhofsgebühren gedeckt. Sie kostet jährlich 6,5 Millionen Euro.

Und die Kosten steigen, weil es ein Überangebot an Friedhofsflächen gibt. „Der Anteil wächst jährlich um rund 1300 Quadratmeter“, sagt die Grüne. Ein Grund: Der Anteil an Urnenbeisetzungen nimmt weiter zu. Für die Feuerbestattung entscheidet sich derzeit mehr als 80 Prozent. Vor 30 Jahren wurden noch vier von zehn Bremern im Sarg bestattet. Für Urnengräber wird weniger Fläche benötigt. Hinzu sind Urnengemeinschaftsanlagen gekommen. Auch alternative Bestattungsformen gewinnen an Bedeutung. „Bremen hat zu viel Friedhofsfläche und zu wenig Geld, um diese langfristig adäquat zu pflegen“, sagt Schaefer.

Was tun? Den Grünen schwebt unter anderem eine ökologische Aufwertung der Flächen vor. Streuobstwiesen auf Friedhöfen etwa. Die Belegung der Gräber solle „strategisch ausgerichtet werden“. Schaefer spricht von „Innenverdichtung“. Spielplätze auf Friedhöfen, eventuell Cafés. All das soll möglich werden. Dafür soll die starre und veraltete Friedhofsordnung liberalisiert werden. Nur: „Die pietätvolle Atmosphäre muss erhalten beliben.“

Verhandelt werde derzeit zudem mit der Schura Bremen über die Einrichtung eines muslimischen Friedhofs. Bislang gibt es nur muslimische Grabfelder auf dem Osterholzer und dem Aumunder Friedhof.

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