Rathausdach wird bis Oktober komplett eingedeckt / Kosten: 1,1 Millionen Euro

Grüne Patina verschwindet

Der Schütting, die Residenz der Kaufleute auf dem Marktplatz, hat vor wenigen Jahren ein neues Kupferdach erhalten. So braun und stumpf werden zunächst auch die Scharen auf dem Rathausdach.

Bremen - Die Tage des grünen Kupferdachs sind gezählt. Das Alte Rathaus wird neu eingedeckt. Und die neuen Kupferplatten werden zunächst glänzen. Dann sind sie braun, so wie die „Kupferscharen“ auf dem Dach des Schüttings. Bis die vertraute grüne Patina wieder sichtbar ist, dauert es dann rund 20 Jahre. 1,1 Millionen Euro soll die Dachsanierung kosten.

Das Rathausdach ist undicht. Es regnet rein – ins Unesco-Weltkulturerbe. „Seit mehreren Jahren stehen Eimer auf dem Dachboden“, sagt Kornelia Buhr aus der Senatskanzlei. Die Schäden wurden immer wieder behoben. Doch der langfristige Erfolg blieb aus. Die Lecks ließen sich nicht mehr lokalisieren, sagt Landesdenkmalpfleger Prof. Dr. Georg Skalecki. „Die Kupferhaut ist nicht mehr zu reparieren.“ Dächer seien nun einmal Verschleißteile. Und letztlich sei es wichtig, Schaden vom historischen Holzdachstuhl aus dem Jahr 1608 abzuwenden. „Es war konservatorisch angeraten zu handeln.“ Das 1 300 Quadratmeter große Dach des 1405 bis 1408 errichteten Alten Rathauses ist zuletzt 1925 komplett neu eingedeckt worden.

Jetzt geht’s los. Die Einrichtung der Baustelle auf dem Grasmarkt hat begonnen. Die Gerüstbauer legen bald los. Sie stellen an beiden seitlichen Fassaden sowie an der Schauseite zum Marktplatz ein 18 Meter hohes Gerüst auf. Und zwar so, dass der Blick auf die Fassade und die Bremer Stadtmusikanten freibleibt. Das gilt auch für die Zugänge zur Unteren Rathaushalle und zum Ratskeller. Das Gerüst werde zum Teil auf den Rathausbalkonen errichtet, weil unten ja die Straßenbahnen vorbeifahren. „Die Beflaggung des Rathauses erfolgt während der Bauzeit an drei temporär aufgestellten Flaggenmasten auf dem Grasmarkt“, heißt es weiter.

Peter Schulz, Sprecher von Immobilien Bremen, geht davon aus, dass es rund zwei Wochen dauert, bis die ersten der in Jahrzehnten leuchtend grün angelaufenen Platten abgenommen und durch 0,7 Millimeter dicke, 52 Zentimeter breite und zwei Meter lange Kupferplatten ersetzt werden. „Wir wollen mit dem Projekt bis zum Freimarkt fertig sein“, fährt er fort. Also bis Mitte Oktober. Das neue Kupferdach wird zunächst glänzen, dann braun sein. „Wir geben ihm die Zeit zur natürlichen Patinierung“, sagt Skalecki. Exakte Zeitangaben seien schwer vorhersagbar. Die Luft sei längst nicht mehr so schmutzig wie nach vor Jahren, fährt Skalecki fort. „Der Korrosionsprozess wird sich verlangsamen.“

Die Kosten für die Dachsanierung werden, wie eingangs erwähnt, auf 1,1 Millionen Euro beziffert. Sie werden aus dem Etat von Immobilien Bremen finanziert. Die Bremer haben einen Zuschuss aus dem Denkmalpflegeprogramm des Bundes von bis zu 880 000 Euro beantragt. Die Entscheidung soll im Hause der Bundeskulturbeauftragten Monika Grütters in Berlin in wenigen Wochen fallen, heißt es. Denkmalpfleger Skalecki sagt: „Wir können damit rechnen, dass Bremen vernünftig unterstützt wird.“

Das Rathaus wurde schließlich 2004 – gemeinsam mit dem Roland – in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen. Und es ziert unzählige Postkarten und Briefmarken. Und eine Zwei-Euro-Münze.

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