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Grüne wollen vegane Ernährung fördern – „aber nichts verbieten“

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Von: Fabian Raddatz

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Grüne fordern Vegan-Pflicht – „aber wollen nichts verbieten“
Die Bremer Grüne forder auch, die Kochausbildung vegan anzugleichen. „Kochen ohne Tierprodukte muss zum Standard werden, auch in Gastronomiebetrieben“, heißt es in dem Positionspapier. © Christian Charisius/dpa

Die Grünen-Bürgerschaftsfraktion ruft in einem Positionspapier eine vegane „Ernährungswende“ für Bremen aus. Der Initiator verteidigt die Idee.

Bremen – Unter dem Titel „Ernährungswende für Klimaschutz vorantreiben“ fordern die Grünen, dass ganz Bremen quasi vegan wird und als gutes Beispiel für andere Bundesländer vorangeht. Unter anderem wird ein höherer Anteil veganer Speisen in Mensen und Kantinen vorgeschlagen. Aber auch der Weihnachtsmarkt, Breminale, Freimarkt oder Osterwiese wären betroffen. Konkret soll der Anteil veganer Speisen und Getränke in Zukunft laut der Forderung rund 75 Prozent betragen.

Im Gespräch mit dem Bremer Regionalmagazin Buten un Binnen sagt der Grünen-Politiker und Initiator des Papiers, Philipp Bruck, dass die Forderung nach mehr veganer Ernährung nichts mit Verboten zu tun hat. Und das, obwohl dem Leser des Papiers eingangs klargemacht wird, dass Ernährung keine Privatsache ist.

Ernährung sei politisch, heißt es da. Und weiter: „Was wir essen, hat erheblichen Einfluss auf andere, oft unbeteiligte Dritte: Unsere Landwirtschaft verschärft dramatisch die größten ökologischen Krisen unserer Zeit, den Klimawandel und den Verlust von Artenvielfalt.“ So trübte etwa jüngst eine schwere Dürre die Mais-Ernte im Kreis Diepholz.

Grüne wollen vegane Ernährung fördern – „aber nichts verbieten“

Doch niemandem soll das Fleischessen verboten werden, so Bruck zu Buten un Binnen: „Diese Rhetorik von ‚Verboten‘ und ‚Bevormundung‘ ist mir natürlich auch aufgefallen, in ganz vielen Reaktionen, aber so etwas taucht in unserem Papier gar nicht auf. Das ist frustrierend, wenn man das Gefühl hat, viele Menschen, die sich dazu äußern, setzen sich weder mit dem Papier noch mit den Argumenten auseinander, sondern nur mit ihren Vorurteilen.“

Man könne weiterhin essen, was man will, sagt der klimapolitische Sprecher der Grünen in Bremen: „Dieses lächerliche Branding als Verbotspartei hat sich schon längst abgenutzt – und ich hoffe, die Leute sehen, dass unser Vorschlag nichts damit zu tun hat. Wir wollen, dass die Menschen am Ende bei einem großen Angebot selbst entscheiden.“ Er könne alle nur einladen, sich das Papier durchzulesen und selbst ein Bild davon zu machen.

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