Diebe stehlen Multifunktionslenkräder

Bande knackt Neuwagen auf Zügen - Polizei greift mit 400 Mann zu

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Polizisten im Anmarsch: Insgesamt waren an der Großrazzia in Bremen 400 Beamte der Bundespolizei beteiligt, darunter auch Spezialkräfte. Die Ermittlungen richten sich gegen sieben Männer aus Bremen, drei kamen in Haft.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Wert der Beute: rund 600.000 Euro. Höhe des Schadens an Autos und Zügen: etwa zwei Millionen Euro. Verantwortlich sein soll dafür eine Bande aus Bremen. Und die nahmen sich 400 Bundespolizisten am Donnerstagmorgen vor. Drei von sieben Verdächtigen kamen hinter Gitter. Die Beamten stellten zudem neben Autos und Autoteilen auch Waffen sicher.

Bei der Großrazzia durchsuchten rund 400 Bundespolizisten zehn Objekte in Bremen und eins im nahen Umland, wie Sprecherin Angelika Kubik auf Nachfrage sagte. Aufgrund von Hinweisen auf eine mögliche Gewaltbereitschaft sowie auf Waffenbesitz waren auch Spezialkräfte der Bundespolizei am Einsatz beteiligt, in Medien war von der GSG-9 die Rede.

Insgesamt richtet sich der Verdacht des organisierten Diebstahls gegen sieben Männer im Alter von 22 bis 37 Jahren. Der Schwerpunkt der Durchsuchungen lag den Angaben zufolge in der Vahr und in Osterholz.

Der Einsatz erfolgte im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bremen, die den Männern neben Bandendiebstahl gewerbsmäßige Hehlerei vorwirft. Sie werden verdächtigt, insbesondere Multifunktionslenkräder aus hochwertigen Neuwagen auf Transportzügen gestohlen zu haben. Zur Beute gehörten den Angaben zufolge ferner Navigationsgeräte und Reifen.

Die Vorgehensweise war immer gleich: Die Täter schnitten die Planen auf und machten sich über die teuren Neuwagen auf den Zügen im Güterbahnhof her. Offenbar sind Lenkräder mit ihren technischen Raffinessen besonders lukrativ, vermutet Oberstaatsanwalt Frank Passade. Die sonst mehrere tausend Euro teuren Steuerräder brächten Dieben beim Verkauf übers Internet jeweils einige hundert Euro ein.

Auto am Haken: Neben Waffen und Fahrzeugteilen stellte die Polizei auch Autos sicher.

Gestohlen wurden diese wertvollen Teile nicht nur von Neuwagen auf Zügen, sondern auch aus parkenden Autos auf der Straße. Der Wert der Beute ist mit 600.000 Euro beträchtlich. Noch höher, so Angelika Kubik von der Bundespolizeidirektion Hannover, ist der angerichtete Schaden. Die Planen kaputt, Autos und Züge erheblich beschädigt. Daher geht die Polizei von einem Millionenschaden aus. Verkauft haben soll die Bande die Kfz-Teile über Plattformen im Internet, lautet der Vorwurf. In dem Zusammenhang warnt die Bundespolizei vor dem Kauf von angeblich günstigen Neuteilen übers Netz. „Billig kann teuer werden“, sagte Kubik.

Razzia gegen organisierte Kriminalität in Bremen

Razzia, organisierte Kriminalität, Bremen, Autoteilediebstahl, Bundespolizei
Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt
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Rund 400 Polizisten waren im Einsatz. © Christian Butt

Auf der Spur sind die Ermittler der mutmaßlichen Bande, die dem Vernehmen nach aus „einem bunten kulturellen Mix“ besteht, bereits seit gut einem Jahr. Ab November 2017, so die Sprecherin, stieg der Diebstahl von Teilen aus auf der Schiene transportierten Neuwagen „signifikant an“, insbesondere auf Bremer Anlagen wie dem Güterbahnhof. Hintergrund: Über Bremen laufen viele Autotransportzüge, die weiter nach Bremerhaven fahren. Dort werden die Neuwagen verschifft.

Polizei-Razzia gegen Autoteile-Diebe in Bremen

Polizei-Razzia gegen Autoteile-Diebe in Bremen

Bei der Großrazzia am Morgen stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher, heißt es. Das müsse nun katalogisiert und ausgewertet werden, sagte Passade. Bei den Durchsuchungen fand die Bundespolizei neben Autoteilen auch Waffen wie Schlagringe, Gaspistolen und Messer.

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