Straßennamen erzählen Geschichten (396): Die Claussenstraße in Schwachhausen / Kaufmann, Gründer und Politiker

Großer Sprung für die Hafenwirtschaft

Kreiszeitung Syke

Bremen - Von Thomas Kuzaj· Im „Großen Bremen-Lexikon“ des Historikers Herbert Schwarzwälder stehen gleich mehrere Claussens mit Doppel-S, die in der bremischen Geschichte eine Rolle gespielt haben. Nach einem von ihnen ist eine Straße in Schwachhausen benannt.

Der Kaufmann Johann Heinrich Theodor Claussen wurde 1825 in Bremen geboren. Seine Biografie ist sozusagen eine typisch bremische des 19. Jahrhunderts, weil sich Kaufmannsgeist und politischer Einsatz in ihr verbinden.

Der junge Claussen machte zunächst eine kaufmännische Lehre. So gehörte sich das ja auch. Anschließend folgten die Auslandsjahre, um buchstäblich den Horizont zu erweitern. Johann Heinrich Theodor Claussen ging zunächst nach Havanna und nach New York. Havanna? Richtig, ihn beschäftigte das Tabakgeschäft.

1862 kehrte Claussen in seine Heimatstadt zurück. Hier wurde er Teilhaber des Reederei- und Importgeschäfts Albers & Claussen. Elf Jahre später, 1873, wurde er Präses der Bremer Handelskammer. Zudem saß Claussen als Abgeordneter in der Bürgerschaft, deren Präsident er im Jahr 1876 wurde. Dieses Amt behielt er bis 1900. „Er war ein national und liberal gesinnter Mann“, schreibt Schwarzwälder.

Schon in deren Gründungsjahr 1877 war Johann Heinrich Theodor Claussen Aufsichtsratsvorsitzender der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft (BLG) geworden, was er bis 1903 blieb. Seine Amtszeit fällt in eine wichtige Epoche der bremischen Hafengeschichte. 1887 begann die Weserkorrektion durch Oberbaudirektor Ludwig Franzius (1832 bis 1903) – eine Vertiefung und Begradigung des Flusses. 1888 trat Bremen dem Deutschen Zollverein bei, und es wurden die Freihäfen angelegt, in denen Waren umgeschlagen und zollfrei gelagert werden durften – der erste davon war der Europahafen. Dank der Weserkorrektion konnten Seeschiffe ihn auch erreichen.

Die BLG übernahm den Betrieb des zunächst „Freihafen I“ genannten Beckens, kümmerte sich um Umschlag und Lagerung der Güter. Das Hafenbecken galt als das „größte und modernste“ der Welt, heißt es in der BLG-Chronik „Zeitsprung“, die 2002 erschienen ist. Mit dem „Freihafen I“, so ist dort weiter zu lesen, war die Zeit des Warenumschlags an der Schlachte „endgültig beendet“. Johann Heinrich Theodor Claussen war einer der Gründer der BLG, und als deren Aufsichtsratsvorsitzender hat er diesen Sprung in der bremischen Hafengeschichte nicht nur erlebt, sondern mitgestaltet. Im Jahr 1900 zeichnete seine Heimatstadt ihn mit der Bremischen Ehrenmedaille in Gold aus. 1908 ist Claussen in Bremen gestorben.

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blg.de

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