Joey Kelly hält Vortrag „No Limits – Wie schaffe ich mein Ziel“ / Von Ausdauer, Disziplin und Leidenschaft

Ein großer Kämpfer mit starkem Willen

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Joey Kelly plauderte im Finanzcentrum der Sparkasse über sein Leben und Sport.

Bremen - Von Nina Seegers. Zusammen mit seinen Geschwistern lebte er lange Zeit in ärmlichen Verhältnissen und schlug sich als Straßenmusiker durch, bevor die „Kelly Family“ Mitte der 90er Jahre ihren großen kommerziellen Durchbruch hatte. Joey Kelly ist ein großer Kämpfer, aber ohne seinen Sport hätte er jene extreme Zeit vermutlich nicht überstehen können, sagt er selbst.

Tatsächlich habe ihm erst der Sport gezeigt, was es heißt, zu kämpfen und sich für ein Ziel voll und ganz einzusetzen. „Wenn man kämpft, zahlt sich das aus, egal, ob man gewinnt oder nicht“, sagte Joey Kelly am Dienstagabend im Finanzcentrum der Sparkasse Bremen. Der 40-Jährige hielt dort im Rahmen der Reihe „Beruf und Familie“ einen Vortrag unter dem Titel „No Limits – Wie schaffe ich mein Ziel“. Sehr lebendig und humorvoll plauderte der heutige Extremsportler von vergangenen Zeiten, als die „Kelly Family“ noch niemand kannte, und vom plötzlichen Erfolg, der sich erst nach über 20 Jahren einstellte. „Das war der Wahnsinn: von der Straße ins Stadion – wie im falschen Film!“, sagte Kelly.

Im Mittelpunkt des Vortrags standen aber seine Erfolge als Sportler. Daran verdeutlichte er, dass man (fast) alles schaffen kann, wenn man nur will – nicht nur im Sport. Erst Mitte der 90er Jahre begann Kelly mit Ausdauersport. Schon 1998 bewältigte er als erster Triathlet der Welt acht Ironman (3,86 Kilometer schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer laufen) in nur zwölf Monaten. 1999 lief er trotz Fieber und starker Bauchschmerzen beim „Marathon des Sables“ 230 Kilometer durch die marokkanische Wüste. „Als ich ins Ziel kam, habe ich geheult. Das war ein viel größerer Erfolg für mich, als Musik vor 50 000 Menschen zu machen“, sagte er. Mittlerweile hat der 40-Jährige unter anderem schon zehn Wüsten-Ultra-Läufe, 45 Marathons, 31 Ultra-Marathons und 13 Ironman hinter sich. Im Setember 2010 durchquerte er zu Fuß Deutschland von der Nordsee bis zur Zugspitze, schlief im Wald oder in Hütten und ernährte sich nur aus der Natur. Die knapp 900 Kilometer legte er in 17 Tagen und 23 Stunden zurück und verlor in der Zeit 15 Kilogramm. Kelly erzählte auch, wie er im vierköpfigen Team (unter anderem mit „Wetten, dass...“-Moderator Markus Lanz) 400 Kilometer bei Temperaturen von bis zu 40 Grad minus durch die Antarktis lief. Zur Veranschaulichung der einzelnen Anekdoten zeigte Kelly über einen Beamer Fotos und Filmausschnitte. Die rund 170 Gäste klebten förmlich an den Lippen des Sportlers und staunten über seine Leistungen.

Kelly betonte immer wieder, wie wichtig es sei, sich konkrete Ziele zu setzen, nicht nur im Sport, sondern im Leben generell. Um diese Ziele zu erreichen, brauche man vor allem Ausdauer, Disziplin, einen starken Willen, Mut und Leidenschaft.

Zwar räumte Kelly ein, dass seine sportlichen Aktivitäten übertrieben und nicht gesund seien. Seine Zuhörer motivierte er aber, ab und zu mal einen Halbmarathon zu laufen: „Ganz egal, wie lange Sie dafür brauchen, das macht Sie körperlich fit und beschert Ihnen eine höhere Lebensqualität in jeder Hinsicht.“

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