Großer Himmel, weiter Horizont

Shepard-Lesung in der Galerie Unger

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Der Bremer Maler Nicholas Bodde liest in der Balzer-Ausstellung der Galerie Unger Kurzgeschichten von Sam Shepard. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Herbstzeit, Lesezeit, Literaturzeit. Der amerikanische Autor, Dramatiker und Schauspieler Sam Shepard (1943 bis 2017) etwa rückt am Sonntag, 8. Oktober, in der Schwachhauser Galerie Unger (Georg-Gröning-Straße) in den Fokus. Der Bremer Maler Nicholas Bodde liest dort dann Kurzgeschichten des Amerikaners. Sie stammen aus dem Band „Der große Himmel“, der im Jahr 2006 in deutscher Sprache erschienen ist. Beginn: 15 Uhr.

Geschichten aus dem Land der weiten Horizonte sind es, die in der amerikanischen Provinz spielen – „mit filmbekannten Motiven wie Highways, Parkplätzen und Fast-Food-Restaurants“, so die Galeristin Corona Unger. „Die literarische Lesung ,Great Dream of Heaven‘ gestalten wir im Rahmen unserer aktuellen Ausstellung ,Shift – Verdichtung und Umkehrung‘ mit den polychromen und vielteiligen Wandobjekten des Berliner Künstlers Dieter Balzer. Sie dauert etwa eine Stunde und kostet keinen Eintritt.“

Balzers ausgesprochen farbige Objekte sind noch bis zum 22. Oktober bei Corona Unger zu sehen. Die Arbeiten des 1958 geborenen Künstlers sind „zwischen Fläche und Raum angesiedelt“, sagt die Galeristin. „Sie werden durch facettenreiche, architektonisch konstruierte Strukturen bestimmt.“

Und ihre kräftigen Farben bekommen die Objekte nicht mit dem Pinsel – Balzer benutzt Farbfolien. Mit diesem „industriellen Material“ und dessen „reiner Tonalität“ lote der Bildhauer „intensive Farbwerte und Farbnachbarschaften aus“.

Zwei Autoren im Institut Français

Gleich zwei Lesungen kündigt das Institut Français in der Contrescarpe an – am Montag, 9. Oktober, mit dem in der Schweiz lebenden rumänischen Autor Marius Daniel Popescu. Er stellt sein Buch „Les Couleurs de l’hirondelle“ („Die Farben der Schwalbe“, in deutscher Sprache im Bremer Sujet-Verlag erschienen) vor. Die Lesung beginnt um 19 Uhr. Die Geschichte, so heißt es in einer Vorschau, „entfaltet sich zwischen den beweglichen Schichten des Gedächtnisses des Erzählers“. Der Tod der Mutter löse „Erinnerungen aus“. Am Mittwoch, 11. Oktober, 19 Uhr, liest der französische Autor Tristan Garcia im Institut Français. Er stellt sein Buch „Faber. Le destructeur“ („Faber. Der Zerstörer“, Wagenbach-Verlag) vor. Mehr als zehn Jahre nach dessen Verschwinden findet eine Frau ihre erste große Liebe wieder: Faber, der eines Tages einfach verschwunden war. Nun lebt er in einer armseligen Hütte in den Pyrenäen, ist verwahrlost und offenbar verrückt.

„Sternenstaub“ im Atelier

Franziska Kernchen, Jahrgang 1999, lebt in Bremerhaven. Ihren ersten Roman „Sternenstaub auf Asphalt“, der im April erschienen ist, schrieb sie parallel zu ihrem Abitur, das sie mit der Note 1,7 bestanden hat. Jetzt hat sie ein Germanistikstudium an der Bremer Universität begonnen. Und sie ist bei dem Bremer Künstler Martin Koroscha in der Reihe „Atelier Spezial“ im Bürgerhaus Hemelingen (Godehardstraße 19) zu Gast – und zwar am Dienstag, 24. Oktober, um 19 Uhr. Die Malgruppen des Ateliers zeigen Aquarelle und Bilder in Acryl zu dem Thema des Abends. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Koroscha empfiehlt eine Online-Reservierung unter www.buergerhaus-hemelingen.de.

Worum geht‘s im „Sternenstaub“ von Franziska Kernchen? Es wird so zusammengefasst: „Eine Stadt, die sich nur im Kreise dreht. Wer einmal bleibt, der wird nie seine Träume suchen. Die Protagonistin Hanna erkennt das Paradoxe der Welt, in der sie lebt. Wie unweigerlich sind Träume mit der Realität verbunden, Schönheit mit Hässlichkeit und Sternenstaub mit Asphalt.“

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