Großer Andrang beim „Tag der offenen Tür“ im Tierheim an der Hemmstraße

„Ada“ sucht neues Zuhause

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An der Chip-Station trafen sich Gerome Bozkurt (v.l.) und seine 16 Wochen alte Husky-Mix „Koda“, Tierärztin Sarah Ankermann und Josi Tasto mit der zehn Wochen alten Akita-Ino-Hündin „Mika“.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Das Unternehmen, das „Ada“ einst bewachte, wurde aufgelöst. Den verspielten Rüden hatte man einfach im Zwinger vergessen. Die Infos an „Adas“ Auslauf sorgten bei den Tierheimbesuchern gestern für ungläubiges Kopfschütteln.

Zum „Tag der offenen Tür“ des Tierheims an der Hemmstraße strömten die Besucher bereits am Vormittag. Begrüßt wurden sie vom aufgeregten Gebell der Hunde. „Beany“ und „Mabel“ im hinteren Bereich war der Trubel noch zu viel.

Spitzmischling „Beany“ kam trotzdem kurz etwas näher, streckt die Nase in die Luft und schnuppert. Doch als immer mehr Menschen auftauchen, zieht er sich in den Innenbereich zurück und betrachtet die Besucher seinerseits durchs Fenster. „Mable“ huscht mit verspanntem Rücken ängstlich zu ihm hinüber. Deutlich entspannter zeigen sich die Jack-Russel-Terrier „Lazy“ und „Peppels“.

Andrea Berwing aus Schwanewede steht gerade vor dem Zwinger. „Ich gucke, ob ich heute einen passenden Hund finde“, sagt sie. Ihre Mutter sei zu ihr gezogen und da beide immer Hunde hatten, könne man vielleicht einem Tier ein neues Zuhause bieten. Da käme auch ein ruhiger oder älterer Hund in Frage. „Der letzte Hund meiner Mutter wurde 20 Jahre alt. Bei ihr hätte er es wie Gott in Frankreich.“

Die Vorteile eines Tierheimhundes liegen laut Tierheim-Sprecherin Gabi Schwab auf der Hand: Es sind meist gestandene Hunde, die stubenrein sind und eine Basisausbildung haben. Ihr Charakter sei bekannt und sie zeigten ihre Dankbarkeit. Die Rücklaufquote bei vermittelten Tieren liege in Bremen bei nur zwei Prozent. Deswegen halte man trotz der einen oder andern Kritik daran fest, dass die Interessenten drei Mal vor Ort mit dem Hund spazieren gehen, dass das neue Zuhause vorab begutachtet wird und dass Hunde, die noch die Hundeschule besuchen, diese auch fortsetzen.

Während sich das Areal mit Menschen füllte und ein kleiner Junge Kontakt zu einem rotgetigerten Kater aufnimmt, standen die ersten Katzenbesitzer mit ihren Tieren vor der Chip-Station. Katzen und Hunde wurden für zehn Euro gechipt und registriert.

Unter den rund 500 Tieren des Tierheims warten auch Schlangen, Schildkröten, Kaninchen und Vögel auf ein gutes Zuhause. Wer gerne ein Tier in seinem Haushalt aufnehmen möchte, konnte im Tierheim fündig werden. Einige Tiere wurden auf dem Paddock vorgestellt und zeigten, was sie beispielsweise in der Hundeschule gelernt haben.

Aktuell beschäftigen Wolfgang Apel, Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins und Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes, vor allem die vielen Rassehund-Welpen, die billig angeboten werden. Meist stammten sie aus furchtbaren Haltungsbedingungen im Ausland, sagte er. Die Hundemütter seien reine Gebärmaschinen. Jeder Kauf eines solchen Welpen kurble den Markt weiter an und produziere zusätzliches Elend. Viele der billig erstandenen Tiere seien schwer krank.

Ein besonderes Anliegen ist ihm auch die Vermittlung von älteren oder chronisch kranken Heimtieren. „Für sie suchen wir dringend Pflegestellen, um Kapazitäten vor Ort frei zu bekommen“, sagte Apel. Die medizinischen Kosten würde weiterhin das Tierheim tragen.

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