Hochschultage der HfK bieten faszinierende Einblicke in die künstlerische Vielfalt

Große kreative Bandbreite

Findet sich vielleicht bald auch in der Bremer Gastronomie wieder: die Kreation „Helivino“ von Alena Feldmann, die sich in beliebige Höhen erweitern lässt und zugleich als eine Art Raumskulptur fungiert.

Bremen - Von Viviane Strahmann· Können Hörgeräte nach Design aussehen? Oder lässt es sich auf Faserverbundwerkstoffen laufen? Die Hochschule für Künste (HfK) öffnete am Wochenende ihre Türen und bot Interessierten vielfältige Einblicke in kreative Prozesse und beeindruckende Ergebnisse.

„Record & Play“ lautete das Motto der Hochschultage, das Hinweis sein sollte auf „die Pole kreativer Prozesse im Spannungsfeld von Erfahrung und künstlerischer Arbeit“. Die große Bandbreite künstlerischer Vielfalt konnten die Besucher auf vier Etagen mit je 200 Meter langen Fluren entdecken. Dazu gehörten beispielsweise die Arbeiten zweier Klassen des Studiengangs „Integriertes Design“. Im Bereich „Mensch & Produkt“ schufen Studenten Entwürfe aus Faserverbundstoffen, wie zum Beispiel den Damenschuh von Nadine Mühlbach: „Super strong – ultra light“. Ein „Leichtgewicht“ ist auch das Weinregal „Helivino“ von Alena Feldmann aus recycletem Porenbeton, auch Ytong genannt. „Ich wollte ein Weinregal kreieren, so dass die Flaschen – anders als bei anderen Regalen – gut sichtbar sind und zusätzlich eine Art Raumskulptur entsteht“, erklärt die 25-Jährige neugierigen Besuchern. Eben „Record & „Play“: wahrnehmen und verändern.

Beobachten, reflektieren, gestalten sowie ästhetisch und künstlerisch verändern, auf der anderen Seite wiedergeben, Stellung beziehen – all das geschieht in der Kunst. Das zeigt auch das Beispiel von Anja Hartwigsen, Studentin des Produktdesigns. Im Projekt „Small Spaces – kleine Räume, großer Nutzen“ von Professor Oliver Niewiadomski schuf sie ein Modell für einen Waldkindergarten, ein japanisch orientierter Gebäudeentwurf. „Häufig spielen die Kinder im Wald und gehen zum Essen in einen Bauwagen oder in einen Kindergarten, sind dann aber nicht mehr draußen.“ Sie hat das Japanische ins Europäische übertragen, die Trennung von außen und innen aufgehoben und sich auch bei der Einrichtung Gedanken gemacht: Die Möbel können nach unten abgesenkt werden und machen damit Platz zum Spielen.

Im Studiengang „Digitale Medien“ stellten Cristina Botta, Vanesa Cortés-Rodríguez und Jana Wedekind ihre „Processing-Installationen“ in der Programmiersprache der Künstler und Designer vor.

Zudem boten Musik, Videoarbeiten, Skulpturen, Mode und vieles mehr tiefe Einblicke in die vielschichtige und bunte Welt der Kunst.

Als „faszinierenden Höhepunkt des Studienjahres“ bezeichnete Rektor Manfred Cordes die Hochschultage, die scharenweise Besucher in den Speicher XI der Überseestadt zogen. Da mochte er sich auch nicht auf ein spezielles Highlight festlegen. Gemeinsam mit allen Beteiligten habe er „die Hoffnung, dass sich all diese verschiedenen Facetten gegenseitig beeinflussen“.

WWW.hfk-bremen.de

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