Gröpelingen: Proteste gegen die Polizei

Blaulicht. 
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Bremen – Nach dem tödlichen Polizeieinsatz im Gröpelinger Ohlenhof-Viertel ist es am Wochenende in dem Stadtteil zu polizeifeindlichen Aktionen und Protesten gekommen.

Wie berichtet, war ein 54 Jahre alter Marokkaner am Donnerstag vergangener Woche nach einem Polizeieinsatz gestorben. Auf einem Video, das im Netz kursiert und auch der Staatsanwaltschaft vorliegt, ist zu sehen, wie der 54-Jährige die Polizisten mit einem langen Messer bedroht. Die uniformierten Beamten, ein Mann und eine Frau, wollten den Marokkaner zum sozialpsychiatrischen Dienst bringen.

Bedrohung mit Messer

Damit, so die Staatsanwaltschaft, sei er nicht einverstanden gewesen. Die Lage eskalierte. Als der Mann schließlich mit dem Messer auf einen Polizisten zulief, fielen zwei Schüsse. Der Marokkaner starb wenig später im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und muss nun klären, ob der Einsatz der Schusswaffe gerechtfertigt war.

Mit Blick auf – gerade in sozialen Netzwerken wie Twitter – hochkochende Diskussionen und eilige Bewertungen haben Vertreter verschiedener Parteien davor gewarnt, vorschnell zu reagieren. Grünen-Fraktionschef Björn Fecker etwa erklärte: „Der tödliche Ausgang des Polizeieinsatzes in Gröpelingen macht tief betroffen.“ Das gelte für den tödlich verwundeten Mann ebenso wie für die Polizisten, der angesichts der Bedrohungslage eine sehr schwerwiegende Entscheidung treffen mussten. Fecker: „Vorschnelle Reaktionen und Bewertungen, was den Einsatz anbelangt, helfen jetzt nicht weiter.“

Polizeifeindliche Parolen

Andere haben ihr Urteil schon gefällt. Zeitweise bis zu 200 Menschen, so eine Polizeisprecherin am Sonntag, haben am Sonnabendabend im Bereich der Gröpelinger Lindenhofstraße an einer Spontanversammlung teilgenommen, um gegen angebliche „rassistische Polizeigewalt“ zu protestieren. Auch von einem „Mord durch Polizei“ sei die Rede gewesen. Bereits am Freitagabend hatte eine 30-köpfige Gruppe polizeifeindliche Parolen skandiert. Hinzu kamen mehrere Graffiti.  kuz

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