Verteilung über Apotheken

Gratis-Masken für Bremer Senioren

Aus dem Homeoffice meldet sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte in der Videokonferenz zur Bremer Masken-Verteilaktion. Er hat extra ein passendes Plakat in seinem Arbeitszimmer aufgestellt.
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Aus dem Homeoffice meldet sich Bürgermeister Andreas Bovenschulte in der Videokonferenz zur Bremer Masken-Verteilaktion. Er hat extra ein passendes Plakat in seinem Arbeitszimmer aufgestellt.

Bremen – Ab Freitag, 13. November, gibt Bremen FFP2-Masken kostenlos ab. Bremer Bürger, die 65 Jahre oder älter sind, dürfen sie sich in Apotheken abholen. Ausgegeben werden bis zu zehn Stück pro Person pro Monat, hieß es am Donnerstag bei einer digitalen Zoom-Konferenz mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) und Klaus Scholz, dem Präsidenten der Bremer Apothekerkammer.

450 000 Masken seien an die Apotheken verteilt worden, sagte Scholz. Und: „Es ist auch Nachschub gesichert. Es sind Masken, die geprüft sind.“ Sie stammen aus dem Vorrat, den Bremen in diesem Jahr angelegt hat. „Masken minderer Qualität sind aussortiert worden.“

65 Jahre oder älter – das sind, so die Schätzung, etwa 140 000 Menschen im Land Bremen. Ziel ist es, sie besser zu schützen. Die Infektionszahlen sind hoch – und ältere Menschen sind besonders gefährdet. „Wir haben die Hoffnung, dass die Zahl der Infektionen zurückgeht und insbesondere jene geschützt werden, die bei einer Infektion einen schweren Verlauf zu fürchten hätten“, so Bürgermeister Bovenschulte. FFP2- und KN95-Masken dienen „dem Fremd- und Eigenschutz“ und leisten damit deutlich mehr als die im Einzelhandel, in Bussen und Bahnen und Teilen des öffentlichen Raums vorgeschriebenen Alltagsmasken.

Bremen verteilt die FFP2-Masken nur an Bremer ab 65

Abgegeben werden sie in Einer-, Zweier-, Fünfer- und Zehnerpackungen. Bremen habe zunächst überlegt, die Masken per Post zu verschicken, so Bovenschulte. Doch: „Das wäre logistisch nicht zu bewältigen.“ Abgabestellen einrichten? Da würde es wohl schnell zu voll werden. „Wir sind dann auf den Gedanken gekommen, diejenigen zu bitten, die sich auch sonst professionell mit der Verteilung medizinischer Hilfsmittel beschäftigen.“

Sprich: Bremen nutzt ein Netz von 140 Apotheken – flächendeckend, praktisch in jedem Stadtteil. Stationär, nicht online. „Die Pandemie zeigt: Wenn es darauf ankommt, ist eine feste, gemeinwohldienliche Struktur am verlässlichsten.“ Bremen setzt bei diesem Zwei-Millionen-Euro-Projekt also auf die Solidarität der Apotheken – aber auch auf die Solidarität der Maskenempfänger. Es soll nicht zu Schlangenbildung und Drängelei kommen; und so betont auch Gesundheitssenatorin Bernhard: „Es reicht für alle, wir haben Nachschub, machen Sie sich keine Sorgen!“

Bremen gibt die FFP2-Masken „nach Augenschein“ ab

Bremen setzt auch auf Vertrauen. Die Organisatoren vertrauen darauf, dass nur Berechtigte – eben: Bremer ab 65 – kommen, um sich die kostenlosen FFP2-Masken zu holen. Und dass es auch wirklich Bremer sind. „Das Angebot gilt ganz klar nur für Menschen mit Wohnsitz im Land Bremen“, so Bürgermeister Bovenschulte. „Wer dagegen verstößt, macht sich strafbar, das wäre Betrug.“

Ausgegeben werden die Masken „nach Augenschein“, so Scholz. Eine Kontrolle von Personalausweisen würde zu viel Zeit kosten. Deshalb soll im Normalfall nicht kontrolliert werden. „Wir setzen darauf, dass sich mindestens 99 Prozent der Menschen regelkonform verhalten werden“, so Bovenschulte.

Mit einem Kontingent von insgesamt 500 000 FFP2-Masken (oder eben KN95 – das ist ein chinesischer Standard) geht es nun erst einmal los, und zwar mit einem „Zeithorizont bis Weihnachten“, so Gesundheitssenatorin Bernhard. „Wir werden sehen, wie der Bedarf und die Nachfrage ist. Ob wir dann über Weihnachten hinausgehen, wird sich zeigen.“

FDP kritisiert die Maskenverteilung in Bremen

Die Masken aus dem Bremer Vorratslager „halten nicht ewig“, sagte Bovenschulte. Das Ablaufdatum naht im Jahr 2021. Warum also die Masken, die gerade in der kalten Jahreszeit ein wertvoller Schutz sein können, im Lager verfallen lassen? „Sie können dazu beitragen, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen.“ Der Vorrat wird unterdessen mit neuen Masken aufgefüllt.

Kritik kommt von der FDP. Die Masken sollten nach sozialen Kriterien verteilt werden – etwa an Familien, die mit vielen Personen auf engem Raum zusammenleben.

Bremen und Corona: 166 Patienten in Kliniken

Die Zahl der Corona-Fälle im Land Bremen ist am Donnerstag um 246 (davon 228 in der Stadt Bremen) auf 7 848 gestiegen. Das teilte am Abend das Gesundheitsressort mit. Darunter sind auch Ergebnisse von Tests, die sich aufgestaut hatten, hieß es. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert blieb in der Stadt Bremen bei 197. Vier weitere Menschen mit dem Virus starben, bisher insgesamt 93. Als genesen gelten inzwischen 5 364 Infizierte. Aktuell sind dem Ressort 2 391 bestätigte Infektionen bekannt (davon 2 182 in der Stadt Bremen). In Kliniken im Land werden 166 Covid-19-Patienten versorgt, darunter 52 aus dem Umland. 31 der 166 Patienten liegen auf Intensivstationen, 19 davon werden beatmet, hieß es. gn

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