Kostenlose Schnelltests

Corona-Tests wieder gratis: Kein Problem für Bremen

Kostenlose Corona-Tests ab morgen, das hat Jens Spahn heute beschlossen. Doch sind die gratis Schnelltests in Bremen so schnell überhaupt umsetzbar?

Berlin/Bremen – Schon ab morgen soll es in Deutschland wieder kostenlose Corona-Tests für alle geben. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Spahn am Freitag in Berlin an. Noch heute wolle er die entsprechende Verordnung unterschreiben. Diese Regelung soll dann auch für Bremen und Niedersachsen gelten. Obwohl Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) eine Rückkehr zu kostenlosen Tests zuletzt noch ablehnte.

Name:Jens Spahn
Geburtstag und -ort:16. Mai 1980 in Ahaus
Mitglied des deutschen Bundestag:seit 2002
Mitglied der Bundesregierung:seit 14. Mai 2018 (Bundesgesundheitsminister, Kabinett Merkel IV)

„Ich habe nach wie vor Probleme damit, dass die Allgemeinheit denjenigen, die freiwillig auf eine Impfung verzichten, die Tests bezahlt“, sagte Bovenschulte der Zeitung „Die Welt“ vor einer Woche. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden könne oder rechtlich verpflichtet sei, sich testen zu lassen, sollte auch weiterhin einen Anspruch auf kostenlose Tests haben. „Alle anderen können und sollten sich impfen lassen“, so sein Appell.

Gratis Schnelltests: Mehr Corona-Teststationen ab nächster Woche

Spahn sagte, er gehe davon aus, dass ab Anfang der Woche nach und nach auch das Testangebot ausgebaut werde. Zudem fordert er, bei öffentlichen Veranstaltungen die „2G plus“-Regel einzuführen – also Zugang nur für Geimpfte und Genesene, die zusätzlich noch einen aktuellen Test vorweisen. Die bisher von Bund und Ländern vereinbarte 3G-Regel mit Zugang für Geimpfte, Genesene und Getestete reiche nicht mehr, da sie zu selten kontrolliert werde, so dass eigentlich „0G“ gelte.

„In Bremen haben nach der letzten Änderung der Testverordnung kaum Testzentren geschlossen. Es gibt weiterhin ein großes, über die Stadt verteiltes, Angebot an Teststationen“, teilt Lukas Fuhrmann, Pressesprecher der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, auf Anfrage von kreiszeitung.de mit. In Absprache mit dem Senat könnten Betreiber auch weitere Teststellen öffnen.

Auch die Betreiber scheinen gut vorbereitet zu sein: „Für uns bedeutet das nur, dass wir unser Personal und Material aufstocken“, sagte Jan Wolters, Betreiber einiger Testzentren in Bremen, gegenüber dem Nachrichtenmagazin „buten un binnen“. Es habe ja auch schon zuvor Schwankungen in der Nachfrage gegeben, darauf seien seine Mitarbeiter bereits gut eingestellt.

Corona-Verordnung in Bremen: Anspruch auf einen gratis Corona-Test in der Woche

Dem Verordnungsentwurf zufolge sollen künftig alle Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal pro Woche wieder Anspruch auf einen kostenlosen Test erhalten. Denn auch geimpfte Personen könnten sich mit dem Coronavirus infizieren „und damit eine Gefährdung insbesondere für vulnerable Personengruppen darstellen“, so der Entwurf. Anbieter können ihre Tätigkeit fortsetzen. Zusätzlich sollen Sanitätshäuser oder Drogerien beauftragt werden.

Eine Beauftragung weiterer Anbieter soll nicht mehr möglich sein. So soll eine erneute unkontrollierte Entstehung von Teststationen verhindert werden. Laut Verordnung rechnet der Bund für jeweils eine Million Testungen mit bis zu 8 Millionen Euro für die Leistungen vor Ort und 3,5 Millionen Euro für Sachkosten.

Wieder kostenlose Corona-Tests: Bremer Betreiber macht sich keine Sorgen

Weiter sieht der Entwurf vor, dass Krankenhäuser künftig den Impfstatus ihrer Patientinnen und Patienten angeben müssen sowie die Zahl von Schwangeren in intensivmedizinischer Behandlung. Die Kliniken sollen außerdem dazu verpflichtet werden, täglich ihre Kapazität an Intensivbetten sowie die Zahl ihrer Corona-Patienten differenziert nach Erwachsenen und Kindern auszuweisen.

Auf der Intensivstationen wächst seit Tagen die Zahl der Corona-Erkrankten mit schweren Verläufen, darunter immer mehr jüngere Patenten zwischen 30 und 60 Jahren.

Kostenpflichtige Tests als Impfanreiz gescheitert

Im Gegensatz zu Bovenschulte sprachen sich die Bürgerschaftsfraktionen der Grünen, Linken, FDP und die Bürger in Wut vorab für die Rückkehr zu kostenlosen Corona-Tests aus. Auch die Bundesärztekammer forderte bereits vor einer Woche die schnelle Rückkehr zu kostenlosen Corona-Schnelltests. Ärztepräsident Klaus Reinhardt betonte, gerade in der kalten Jahreszeit mit vielen Freizeitaktivitäten in Innenräumen brauche man niedrigschwellige, kostenlose Testangebote, um die Weiterverbreitung des Virus zu bremsen.

Das Angebot der kostenlosen Bürgertests war am 11. Oktober ausgelaufen. Der Bund hatte die Finanzierung eingestellt, viele Teststationen sind inzwischen geschlossen. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass nun jeder die Möglichkeit habe, sich durch eine Impfung zu schützen. Gratis-Schnelltests gab es seither nur noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren, sowie übergangsweise für 12- bis 17-Jährige und Schwangere. * kreiszeitung.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

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