Erster Sixdays-Sieg überhaupt – und de Ketele feiert mit / „Das war wie fliegen“

Premiere mit 34: Grasmann kann doch noch gewinnen

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Der belgische Radprofi Kenny de Ketele (l) rasiert seinem deutscher Partner Christian Grasmann  beim 52. Bremer Sechstagerennen in der ÖVB-Arena nach ihrem Sieg den Bart.

Bremen - Von Björn Knips und Gerd Töbelmann. Es ist vollbracht: Bei seinem 60. Sechstagerennen hat es Christian Grasmann endlich geschafft und erstmals triumphiert. Und das im Alter von 34 Jahren quasi auf der Zielgeraden seiner Karriere. Der Münchner gewann gestern Abend an der Seite seines belgischer Partners Kenny de Ketele die 52. Bremer Sixdays. In der großen Jagd setzte sich das Duo am Ende souverän durch.

„Ich bin überglücklich, dafür brauche ich jetzt eine Woche Pause“, jubelte Grasmann direkt nach dem Rennen bei Radio Bremen und war noch völlig aus der Puste: „Wir hatten so viel Adrenalin im Körper, das war wie fliegen. Mein Partner Kenny ist eine Maschine.“ Auf Platz zwei landeten Jesper Mörkov (Dänemark) und Morgan Kneisky (Frankreich) mit einer Runde Rückstand. Die Titelverteidiger Marcel Kalz (Berlin) und Alex Rasmussen (Dänemark) mussten sich mit Rang drei begnügen. Sie hatten zwei Runden Rückstand – genauso wie die letztlich Viertplatzierten Sebastian Mora/Yoeri Havik (Spanien/Niederlande).

Auch in diesem Jahr hatte sich die letztjährige Neuerung vom sportlichen Leiter Erik Weißpfennig ausgezahlt: Vor der großen Schlussjagd gab es noch eine kleine Jagd – und die sorgte an der Spitze für eine Veränderung. Die Titelverteidiger Rasmussen/Kalz schlossen mit einer Bonusrunde nicht nur zu den führenden Grasmann/de Ketele auf, sondern übernahmen dank einer besseren Punktzahl die Führung. Gut im Rennen lagen da auch noch Mörkov/Kneisky mit nur einer Runde Rückstand und einer Bonusrunde vor Augen. Die holten sie sich dann im Mannschaftsausscheidungsfahren und schoben sich mit 310 Punkten auf Rang zwei hinter Rasmussen/Kalz (343). Grasmann/de Ketele hatten nur 237 Punkte auf dem Konto und gingen als Dritte in die finale Jagd.

Vorletzter Tag bei den Sixdays

Vor der durften auch Mora/Havik mit nur einer Runde Rückstand auf die Führenden noch vom Sieg träumen. Und tatsächlich: Mora/Havik schafften den Sprung in die Spitzengruppe. 25 Minuten vor dem Ende waren gleich vier Teams vorne. Spannender konnte es kaum sein. Die Radsportfans kamen voll auf ihre Kosten. Doch ein Herzschlagfinale gab es dann doch nicht, denn Grasmann/de Ketele waren einfach zu stark. Mit einer Runde Vorsprung ging das Duo auf die letzten zehn Runden – und setzte noch einmal auf Angriff. Damit ließen sie der Konkurrenz keine Chance für eine Attacke.

Lächelnd überquerten sie die Ziellinie. Für Weißpfennig war das keine Überraschung, der sportliche Leiter hatte schon vor dem Finale geschwärmt: „Christian fährt hier in der Form seines Lebens. Und Kenny ist momentan der beste Fahrer überhaupt im Feld. Er bringt alles mit: Übersicht, Schnelligkeit und Ausdauer. Keine Frage: Der Sieg wird nur über diese beiden Fahrer führen.“ Und damit sollte er Recht behalten.

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