„Bunt, schrill und liebevoll“

GOP-Varietétheater präsentiert sechs Produktionen für die Spielzeit 2019

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Für die „Sông Trang“ reiste der Künstlerische Direktor Werner Buss nach Hanoi in Vietnam, wo er die 13 Artisten für die GOP-Show aufspürte.

Bremen - Von Viviane Reineking. „Es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern darum, überraschend anders zu sein“: Bei der Vorstellung der neuen Shows im GOP-Varietétheater am Mittwochmorgen in der Bremer Überseestadt gerät Werner Buss, Künstlerischer Direktor der GOP-Gruppe, ins Schwärmen. Sechs neue Produktionen sind in der Spielzeit 2019 im Theaterhaus an der Weser zu sehen. Und die führt Besucher unter anderem in die faszinierende artistische Welt Vietnams.

Ständig sei er unterwegs. Europaweit, um Künstler und Artisten zu sichten. Aber auch in den deutschlandweit verteilten GOP-Häusern, so Buss. Am Mittwoch macht er einen kurzen Abstecher in das 2013 eröffnete Bremer Varieté, um von den völlig unterschiedlich konzipierten Shows zu berichten.

Zum Start am 17. Januar (bis 10. März) geht es aber erst einmal nach Frankreich, genauer: nach Paris. Dort wohnen Madame und Monsieur du Fèvre, adelig, aber ziemlich pleite. Das Paar vermietet deshalb einige Zimmer seiner Wohnung an Künstler und Artisten. Die wiederum sind jung. Und wild. Philippe Trépanier war im GOP bereits 2017 in „Karussell“ zu sehen, nun wurde eine eigene Show um den komischen Kanadier und seine Künstler-Kollegin Tamara Bousquet kreiert. „Bunt, schrill, liebevoll“, charakterisiert Buss die Show „Appartement“.

„Ich mag Orte, an denen es Begegnungen gibt“, sagt Buss. Wie im „Waschsalon“ etwa (14. März bis 5. Mai). Dort treffen unterschiedliche Lebensgeschichten aufeinander, es wird gestritten, gelacht, geturnt und Musik gemacht. Für die Produktion gab es übrigens ein „waschechtes“ Vorbild in Berlin-Moabit – „Freddy Leck sein Waschsalon“ –, wie Buss verrät.

Werner Buss und Direktor Philipp Peiniger freuen sich auf die neue Spielzeit im GOP-Varieté in der Überseestadt.

Mit „Sông Trang – wenn der Mond sich im Fluss spiegelt“ steht vom 9. Mai bis 30. Juni laut Buss ein „kulturelles Highlight an, das man so zuvor im Varieté noch nicht gesehen hat“. Für die „rein vietnamesische Show“ reiste er zusammen mit den Regisseuren Knut Gminder und Tanh Dinh eigens nach Hanoi. Dort spürte er 13 Artisten auf, die in Bremen „tiefe Einblicke in die vietnamesische Seele gewähren“.

„Die Publikumslieblinge aus den vergangenen 20 Jahren GOP“, Matthias Brodowy und Thomas Otto, führen durch die Sommeraufführungen von „Simply the best“ (11. Juli bis 8. September) mit den „Alphatieren der Artistik“. Unter anderem mit dabei: der „Physical Comedian“ „Herr Niels“.

„Wahnsinnig schnell“ und „mit atemberaubendem Tempo“ kommt die Show „Slow“ – zu Deutsch: langsam – daher. „Irre komisch“ sei Claude Criblez aus der Schweiz, der durch den Abend führt, seinen „Flugzoo“ mitbringt und Fische wie Katzen durchs GOP fliegen lässt.

„Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser“, so lautet das Credo in „Trust me“ (31. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020). Mit von der Partie: das Mentalmagier-Duo Timothy Trust und Diamond, das den Zuschauern unglaubliche Momente bescheren will. „Es sind wirklich keine technischen Hilfsmittel im Einsatz“, verspricht Buss, der das Geschehen auf der Bühne selbst kaum begreifen kann.

Alle sechs Produktionen wurden oder werden derzeit bereits in anderen Häusern des Unternehmens auf die Varietébühne gebracht. Eine Uraufführung wird es im nächsten Jahr in Bremen also nicht geben, „ist aber für 2020 vorgesehen“, wie der Bremer GOP-Direktor Philipp Peiniger verrät.

Wie alles begann

1912/1913 entstand in Hannover der „Georgspalast” als Geschäfts- und Bürohaus. Das integrierte „Café-Restaurant Georgspalast” bot ab Mitte der 20er Jahre Orchesterkonzerte an. 1948 eröffnete der neue Eigentümer Wilhelm Hirte erst das GOP-Varieté-Theater und später die Gondel-Bar im „Georgspalast“. 1962 schloss das Varieté, 1992 eröffnete es die Familie Grote wieder. Mittlerweile gehören sieben feste Varietéhäuser zur GOP-Gruppe – neben Bremen und Hannover in Essen, Bad Oeynhausen, Bonn, Münster und München. Hinzu kommen Gastspielstätten wie derzeit das „Kehrwieder-Theater“ in der Hamburger Speicherstadt, wo die Show „Wet“ läuft.

 vr

www.variete.de

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