Zustände am Nordausgang des Bahnhofs

Freimarkt: Schausteller ärgern sich über Go-go-Girls und Gedränge 

+
Die Lage am Bahnhofs-Nordausgang beschäftigte die Schausteller beim SPD-Frühschoppen im „Riverboat“. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Fürchterliche Enge, heftiges Gedränge und mittendrin auch noch Go-go-Girls – der Bahnhofs-Nordausgang bleibt das Top-Ärgernis auf dem Freimarkt. Beim traditionellen Schausteller-Frühschoppen der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen in der SPD im „Riverboat“ sorgte die Lage am Mittwoch erneut für Diskussionen.

Wie schon in den Jahren zuvor. Aber aus Sicht der Schausteller hat sich nichts gebessert – weder vor noch hinter den Türen des Nordausgangs, der ja eigentlich das Tor zum Haupteingang des Volksfestes ist. Aber dort gibt es dieses Jahr nicht mal ein Banner, das die Freimarktsgäste begrüßt.

Voll wird‘s besonders zu Stoßzeiten an Wochenenden, zumal Nordausgang und Willy-Brandt-Platz beliebte Treffpunkte sind, an denen sich Freimarktsbummler verabreden. Sicherheitsdienste und Polizisten bitten zuweilen Besucher, sich woanders hinzustellen.

„Wir sind mit Schadensbegrenzung beschäftigt, um die Katastrophe abzuwenden“, sagt Susanne Keuneke, Vorsitzende des Vereins der Schausteller und Marktkaufleute in Bremen. Es könne auch nicht darum gehen, Besucher „in die Ecke zu drängen“. Stattdessen müsse Platz für sie geschaffen werden, damit sie sich treffen können. Es sei wichtig, sie freundlich zu begrüßen und gleichsam in Empfang zu nehmen. Mit Blick darauf fordert Keuneke, die Fahrradständer auf dem Platz freizuräumen: „Die Räder müssen da endlich verschwinden.“

Kein schöner Anblick – der Platz am Bahnhofs-Nordausgang bei Tageslicht. Die Schausteller wünschen sich hier eine ordentliche Fläche, auf der sich Freimarktsbesucher treffen können. Die Stadt möchte lieber, dass die Menschen sich hier nicht aufhalten. 

Und dass in einem Lokal „Go-go-Damen tanzen“, während Freimarktsbesucher mit der drangvollen Enge kämpfen, hat für Keuneke „nichts mit einem Familienfest zu tun“ – eine Anspielung auf die Worte von Wirtschafts-Staatsrat Ekkehart Siering, der zuvor gesagt hatte: „Wir wollen Familienfeste, keine Sauffeste in Bremen haben.“ Die Zahl der Bierzelte werde nicht weiter erhöht.

Die Zustände am Nordausgang und in der Passage, die zu ihm führt, bringen auch Rudi Robrahn, den Vorsitzenden des Schaustellerverbandes, auf die sprichwörtliche Palme: „Wir ärgern uns darüber, wenn im Inneren des Bahnhofs ,Wilde Sau‘ gespielt wird. Eine Partymeile mit Go-go-Tänzerinnen, das wird ausgereizt bis zum Geht-nicht-mehr.“

So feierten die Freimarkt-Besucher im vergangenen Jahr: 

Robrahn: „Hier muss reagiert werden, mit der Faust auf den Tisch gehauen werden.“ „Die Situation müssen wir weiter verbessern“, sagt auch Marita Wessel-Niepel, im Wirtschaftsressort Abteilungsleiterin für Gewerbe- und Marktangelegenheiten, zum Nordausgang. Das betreffe „Staus“ und Enge, aber auch das Erscheinungsbild. „Wir müssen sehen, wie wir das optisch besser gestalten und die Menschen dazu bringen, dass sie sich dort nicht aufhalten.“ Der SPD-Innenpolitiker Sükrü Senkal nannte den Zustand am Nordausgang – auch mit Blick auf die sich recht langsam öffnenden Schiebetüren – „sehr gefährlich“. Senkal: „Wenn irgendwas passiert, knallt alles gegen diese Front.“

Auch Weihnachtsmarkt ein Thema

Neben dem Nordausgang sorgte der Weihnachtsmarkt für Gesprächsstoff beim Frühschoppen. 2016 hatten die Schausteller ihre Bescheide erst elf Tage vor Marktbeginn bekommen. „Die Zeiten haben sich schon verkürzt, aber wir haben da noch Luft nach oben“, so Staatsrat Siering. „Das muss besser werden.“ Sieht Susanne Keuneke auch so. „Wir sind überhaupt nicht auf einem guten Weg mit dem Weihnachtsmarkt. Die Verträge hätten längst da sein müssen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Neue Union: CDU/CSU positionieren sich für Schulz und Co.

Neue Union: CDU/CSU positionieren sich für Schulz und Co.

Diese Promis bekennen sich zu Bitcoin - und sagen das voraus

Diese Promis bekennen sich zu Bitcoin - und sagen das voraus

China baut Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer aus

China baut Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer aus

Das sind die teuersten Promi-Flitzer aller Zeiten

Das sind die teuersten Promi-Flitzer aller Zeiten

Meistgelesene Artikel

Sitzkissen und Sternenhimmel in der Bremer Liebfrauenkirche

Sitzkissen und Sternenhimmel in der Bremer Liebfrauenkirche

Keramik, Schals und Vogelhotels

Keramik, Schals und Vogelhotels

Unbekannter Toter in Bremerhaven aufgefunden

Unbekannter Toter in Bremerhaven aufgefunden

Schnee bringt in Bremen Flugbetrieb durcheinander

Schnee bringt in Bremen Flugbetrieb durcheinander

Kommentare