Verkaufsoffener Sonntag in der Innenstadt

Glücksrad und Heuschrecken

Frühlingshaftes in Pflanzkübeln, „Street Food“ trotz Kälte im Freien: Blick zum Ansgarikirchhof. Foto: KUZAJ

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Heuschrecken haben einen feinen, nussigen Geschmack.“ So heißt es appetitanregend an einem der Stände des „Street-Food“-Markts, der sich am verkaufsoffenen Sonntag über Angarikirchhof und Hanseatenhof erstreckt.

Fünf Stunden lang, von 13 bis 18 Uhr, öffnen am Sonntag die Geschäfte in der Bremer Innenstadt und im Viertel (zwischen Goetheplatz und St.-Jürgen-Straße). Den Anlass dafür bietet die Osterwiese. Dort ist in den wilderen Fahrgeschäften auch so manche Mutprobe zu bestehen. Aber Heuschrecken auf dem Teller? Dschungelprüfung mitten in der Stadt? Viele Beratungsgespräche werden an diesem Stand geführt, während die Leute andernorts Schlange stehen. Wer keine Insekten knabbern mag, findet Veganes ebenso wie Focaccia (italienisches Fladenbrot) mit Spanferkel (nicht vegan), Cheesecakes ebenso wie Burritos (mexikanische Wraps, sozusagen). Balinesische und brasilianische Spezialitäten hier, regionale Küche dort – da fehlt es an nichts, an Insekten-Snacks ja auch nicht.

Bei Temperaturen von spürbar unter zehn Grad ist es eigentlich zu kühl, um im Freien zu essen, auf dem „Street-Food“-Markt wird es dennoch getan. Eine gute Gelegenheit, Leute zu beobachten – und es sind viele Leute in der Stadt. Obern- und Sögestraße wirken voller als an manchen Wochentagen. Ein Hinweis darauf, dass der Einkaufsbummel als Freizeitaktivität nach wie vor gefragt ist, dass stationärer Einzelhandel nach wie vor Publikum anzieht. Die Kennzeichen der Autos in den Parkhäusern sind unterdessen ein Indiz dafür, dass die Bremer Innenstadt doch tatsächlich auch mit dem Auto noch erreichbar ist. Jedenfalls dann, wenn der sonstige Alltags- und Berufsverkehr fehlt. . .

Etliche Einzelhändler haben sich Aktionen einfallen lassen. Der klassische Luftballon erfüllt nach wie vor seinen Zweck als a) Werbeträger und b) Leuchtende-Augen-Macher bei den Kindern. Bei Karstadt (oder: „Galeria Karstadt Kaufhof“) dreht sich ein Glücksrad. Auch Angebote haben die Kaufhaus-Strategen sich einfallen lassen – mit Blick auf Oster-Präsentkörbchen beispielsweise bei Parfümerieartikeln. Auch zu haben: „To-go-Isolierbecher“. Von Heuschrecken ist hier keine Rede.

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