Lebenszufriedenheit

Glücksatlas 2021: Bremer sind sehr unglücklich – Niedersachsen auch

Wo wohnen die glücklichsten Deutschen? Nicht in Bremen sagt der Glücksatlas 2021. Und auch in Niedersachsen ist die Lebenszufriedenheit stark gesunken.

Bremen/Hannover – Der Glücksatlas untersucht seit 1984 die Lebenszufriedenheit der Deutschen. Auch im Corona-Jahr 2021 wurden mehr als 8400 Menschen bundesweit gefragt: „Wenn Sie einmal alles in allem nehmen, wie zufrieden sind Sie insgesamt zurzeit mit Ihrem Leben?“.

Bundesländer:NiedersachsenBremen
Fläche:47.614 km²326,7 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)569.352 (2019)
Hauptstadt:HannoverStadt Bremen

In Bremen lautete die Antwort oft: nicht zufrieden. Abgeschlagen mit 6,35 Punkten landete das kleinste Bundesland Deutschlands auf Platz 15, unzufriedener waren nur die Berliner (6,20 Punkte). Laut der Untersuchung waren die Bremer bereits vor der Pandemie mit ihrem Leben unzufriedener als der Durchschnitts-Deutsche.

Glücksatlas 2021: In Städten sank die Zufriedenheit stärker als auf dem Land

Bremen teilt damit das Schicksal der anderen Stadtstaaten Berlin und Hamburg: Die Lebenszufriedenheit in der Stadt sank deutlich stärker als auf dem Land. „In allen Bereichen, ob mit dem Einkommen, der Arbeit, Familie oder Freizeit: Überall schneiden die Bremer weit unterdurchschnittlich ab“, heißt es im „Glücksatlas 2021.

Interessant auch: Junge Menschen unter 40 Jahren – das sind in Bremen immerhin 46,7 Prozent – empfanden die Belastung durch Corona größer als bei den Senioren, so die Untersuchungsergebnisse: Deshalb sei das Glücksniveau überdurchschnittlich zurückgegangen.

Glücksatlas 2021: Bremer sind sehr unglücklich – Niedersachsen auch

Aber auch in Niedersachsen hat die Lebenszufriedenheit der Menschen während der Corona-Pandemie einer Umfrage zufolge deutlich abgenommen. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerteten die Niedersächsinnen und Niedersachsen ihre allgemeine Zufriedenheit im Schnitt mit 6,59 Punkten - dies waren 0,5 Punkte weniger als 2019.

Corona habe Niedersachsen heftig getroffen, erklärten die Autoren. Das Bundesland sank von Rang 5 auf Rang 11 im Ländervergleich ab, die schlechteste Platzierung seit Durchführung der Untersuchung.

Bremen belegte im „Glücksatlas“ 2021 den vorletzten Platz.

Laut „Glücksatlas“ seien die Menschen vor der Corona-Krise mit ihrem Leben durchschnittlich zufrieden gewesen. Und noch immer liegt die Zufriedenheit mit dem Haushaltseinkommen, dem Beruf und der Freizeitgestaltung tendenziell im gesamtdeutschen Durchschnitt. Beim Familienleben sind die Niedersachsen sogar deutlich zufriedener als der Rest Deutschlands.

Niedersachsen laut „Glücksatlas“ 2021 unzufrieden: Woran liegts?

Woher also der Unmut? Der „Glücksatlas“ 2021 sieht als einer der Gründe dafür, den überdurchschnittlichen Anteil an Mehrpersonenhaushalten, also überwiegend Haushalten mit Kindern. Familien seien in der Pandemie durch die Einschränkungen wie Schul- und Kitaschließungen besonders betroffen gewesen. „Das drückt das Glücksniveau“, resümiert der Atlas.

Anders in Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt: Dort sind die Menschen am glücklichsten (beide 6,78 Punkte). Die Ergebnisse stehen nach Angaben der Autoren im direkten Zusammenhang mit Corona. „Je höher die Infektionszahlen und je strikter die Maßnahmen, desto niedriger das Glücksniveau“, lautet die Erklärung. So stürzte die Zufriedenheit mit der eigenen Freizeitgestaltung von 7,21 Punkten vor der Pandemie auf 5,0 Punkte ab.

Glücksatlas 2021: Impfungen als „Glücksschub“

Betrachtet wurden auch die Auswirkungen einer Impfung gegen den Erreger von Covid-19. Sie löse bei Geimpften einen „deutlichen Glücksschub“ aus und hebe die Lebenszufriedenheit im Schnitt um 0,52 Punkte, stellt der „Glücksatlas“ fest. Dann müsste Bremen eigentlich weiter vorne liegen: Das Land erreichte als erstes in Deutschland die 80-Prozent-Impfquote.

Für die Untersuchung im Auftrag der Deutschen Post hatte das Institut für Demoskopie Allensbach mehr als 8400 Menschen deutschlandweit in einer repräsentativen Umfrage interviewt. Befragt wurden sie zwischen Januar und Juni 2021. Die Corona-Lage in der zweiten Jahreshälfte ist in den Daten also nicht abgebildet.

Und die spitzt sich derzeit weiter zu: Kürzlich wurden 40.000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet, ein trauriger Corona-Rekord. Auch Virologe Christian Drosten sprach von einer „echten Notfallsituation“. (Mit dpa-Material)* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Esser/dpa

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