„Sensient Flavors“ arbeitet mit Aromen / Sirupe, Konzentrate und Getränkegrundstoffe

Vom Glück des süßen Standorts

Heiner Lammers, kaufmännischer Leiter von „Sensient Flavors“.

Bremen - Von Ilka Langkowski· „Wir haben Glück, dass wir hier in Bremen an einem süßen Standort sind“, sagt Heiner Lammers, kaufmännischer Leiter der „Sensient Flavors“ GmbH – und lacht, denn: „In anderen Werken werden zum Beispiel Gewürze hergestellt, und dort riecht es dann nach Zwiebeln oder Knoblauch.“

Am nördlichen Rand des Industriehafens steigen einem vor allem Fruchtaromen und Süßes in die Nase. In den Labors von „Sensient Flavors“ arbeiten Aromatechniker – „Flavoristen“ – an neuen Geschmacksrichtungen für Erfrischungs- oder Kaffeegetränke. Sirupe, Konzentrate, Getränkegrundstoffe und Aromasysteme gehören zum Portfolio des Unternehmens. Allein „Sensient Flavors“ Bremen habe mehr als 20 verschiedene Cola-Rezepte entwickelt, erzählt Lammers. Im Trend lägen Waldmeister-Aromen und Energy-Drinks.

Biermixgetränke und Limonaden müssten strenge chemische, optische und geschmackliche Qualitätsprüfungen bestehen, sagt Lammers. Der Blindtest ist eine wichtige Station. Dabei kosten Testpersonen die Produkte, ohne zu wissen, um welche Marke oder Rezeptur es sich handelt. Bunte Leuchtstoffröhren verfärben das Licht und verhindern eine visuelle Beeinflussung der Probanden durch die Produktfarbe.

Um zu prüfen, ob Limos und Säfte auch nach einigen Wochen im Verkaufsregal noch appetitlich aussehen, müssen sie in den Lichtschrank. Bei 33 Grad Celsius und starker UV-Bestrahlung trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Unerwünscht ist es, wenn sich einzelne Schichten bilden, etwa ätherische Öle der Orange, Sprudelwasser und Bodensatz bei einer Orangenlimo. Ziel sei eine gleichmäßige Verteilung und Färbung, sagt Lammers. „Sensient Flavors“ verwende zu 70 Prozent natürliche Aromen – selbst für zuckrige, giftgrüne Limonaden, wie sie vor allem in Belgien und den Niederlande beliebt sind. Der Einsatz empfindlicher natürlicher Aromen erfordere besonderes Wissen.

Was im Labor für jedes Rezept tröpfchenweise dosiert wird, kommt in großen Mengen exakt zusammengemischt in sterile Tanks oder Fässer. Um später als Fruchtzubereitung für Joghurts oder Eis an den Kunden zu gehen, werden in einer Halle Früchte – wie beispielsweise Erdbeeren – zerkleinert, gefiltert und anschließend in glänzenden Stahltanks pasteurisiert.

„Sensient Flavors“ Bremen gehört zur „Sensient Technologies Corporation“ mit Hauptsitz in Milwaukee (USA) und 70 Niederlassungen weltweit. Außer dem Standort am Hafen gibt es eine weitere „Sensient“-Adresse in der Hansestadt – am Flughafendamm sitzt die „Sensient Essential Oils Germany“ GmbH für ätherische Öle. Sie entstand nach der Übernahme der C. Melchers Essential Oils Handels-GmbH im April 2002.

„Sensient“ beschäftigt 80 Mitarbeiter im Industriehafen und zehn weitere am Flughafendamm, sagt Lammers. 75 000 Tonnen Grundstoffe produziere „Sensient Flavors“ jährlich. Die Kapazitäten reichten für 8 000 Tonnen Fruchtzubereitung, 2 000 Tonnen Flüssig aromen und 3 600 Tonnen Pulver aromen sowie 500 Tonnen Extrakte pro Jahr.

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