Studenten-Duo will mit eigenem Laden durchstarten

„Just“ im „City-Lab“: Glück auf 38 Quadratmetern

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Das „City-Lab“ besteht aktuell 23 Mietern. Angefangen hatte das Zwischennutzungskonzept mit 19.

Bremen - Von Steffen Koller. Auf Schock folgt Selbstständigkeit: Sophie Meyerhoff und Hannah Schrage waren bis vor kurzem noch ganz „normale“ Studentinnen, dann bekamen sie die Nachricht, die ihr Leben veränderte: Die Frauen gewannen einen Wettbewerb der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) und wollen nun mit ihrem Geschäft „Just“ im „City-Lab“, dem Zwischennutzungskonzept für dem Lloydhof, richtig durchstarten.

Für Hannah (24) und Sophie (23) war es eher eine „spontane Idee“, große Chancen auf einen Sieg hatten sich die Studentinnen der Hochschule für Künste (HfK) eigentlich nicht ausgerechnet. Doch es kam anders. Vor wenigen Monaten reichten die beiden ein Konzept bei der WFB ein, wie leerstehende Räume im „City-Lab“ mit innovativen Ideen bestmöglich genutzt werden können. Das Konzept kam an, und seit Anfang des Monats können die jungen Frauen 38 Quadratmeter ihr Eigen nennen. Für sechs Monate hat die WFB die Ladenfläche mietfrei zur Verfügung gestellt, nur Nebenkosten müssen gezahlt werden. Es ist die Chance, mit ihrem Geschäft „Just“ in die Selbstständigkeit zu starten.

Wollen in ihrem Geschäft „Just“ in Zukunft Produkte „weit weg von der Massenware“ anbieten: Hannah Schrage (links) und Sophie Meyerhoff haben einen Wettbewerb der WFB gewonnen und sicherten sich so 38 Quadratmeter Ladenfläche im „City-Lab“. 

Anfangs, sagt die 24-jährige Hannah, seien sie „geschockt“ gewesen. „Im positiven Sinn“, ergänzt sie. Nach schlaflosen Nächten und der Skepsis, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, freundeten sich die beiden immer mehr mit dem Gedanken an, genau dieses Projekt jetzt durchzuziehen. Statt Party statten die Studentinnen des Integrierten Designs seit Wochen dem Finanz- und Gewerbeamt regelmäßige Besuche ab, drucken Flyer, bauen Netzwerke auf und aquirieren Zulieferer.

Eröffnung in rund zwei Wochen

In gut zwei Wochen, am 5. August, wollen die beiden eröffnen – und ihren Kunden dann Kunst präsentieren, die „weit weg von der Massenware ist“. Wenn in den kommenden Tagen Regale, Lampen, Tapeten und Bodenbeläge die 38 Quadratmeter verschönert haben, sollen ihre Kunden in den Auslagen unter anderem Poster, Postkarten, Künstlerpublikationen und Stoffbeutel finden. „Vieles dreht sich um das Medium Papier“, sagt Sophie und ergänzt: „Viele Dinge werden nur in kleiner Stückzahl produziert, sind so etwas Besonderes.“ Trotz der geringen Stückzahl sollen die Produkte bezahlbar sein, meint Hannah. Auch Auftragsarbeiten, wie Hochzeitskarten oder Einladungen, sollen das Angebot stetig erweitern. „Wir stellen Teile unserer Ware selbst her, anderes kommt von Künstlern der HfK oder von Kooperationspartnern“, verrät Hannah, die sich so einen tollen Nebeneffekt erhofft: Da Kunstprodukte vieler Studenten oft nur einmal im Jahr gezeigt würden und dann „in der Schublade verschwinden“, könnte so eine Plattform für aufstrebende Künstler geschaffen werden.

Während sich Hannah und Sophie für die Zukunft einen soliden Kreis an Stammkunden wünschen, zieht die WFB bislang eine positive Bilanz des „City-Labs“. Im April 2016 als Zwischennutzungskonzept des Lloydhofs mit 19 Geschäften gestartet, sind mittlerweile 23 Flächen an Mieter vergeben worden. Besonders für Existenzgründer und Start-ups bietet das „City-Lab“ gute Voraussetzungen, da flexible Mietzeiten und kurze Kündigungsfristen den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern.

WFB-Chef Andreas Heyer, sagt dazu kurz und knapp: „Das Konzept geht auf.“ Auch für Hannah und Sophie sei das „City-Lab“ eine nahezu perfekte Lösung: „Tolle Lage, tolle Nachbarn, tolle Ideen.“ Auch sie wollen dazu beitragen, dass das so bleibt: „Wir wollen was Cooles daraus machen.“

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