GLOSSE

Gasumstellung: „Ich finde Ihre Hausnummer nicht“

Gasumstellung mit Stadtwerken (SWB) und Wesernetz. Wir wollen es mal mit Humor nehmen. In mehreren Stufen.

Thomas Kuzaj

Stufe 1: Nach der – reibungslosen – „Brennwertkesselerfassung“, wie es in der den Fachleuten eigenen Poesie heißt, kommt der nächste Schritt. Allerdings vergehen einige Tage. Wochen. Monate. Dann liegt er im Kasten, der Brief mit der Ankündigung der tatsächlichen Umstellung des Brennwertkessels auf das neue Gas.

Nun ja, so schnell geht es dann doch nicht. Mit Blick auf die „sehr komplexe Herausforderung“ (gemeint ist die Gasumstellung) teilt Wesernetz im Januar mit, in welchen Zeitraum die Hausbesuche zur Umstellung in unserem „Wohnbezirk“ fallen werden: 26. Februar bis 20. April.

„Wenn Sie in diesem Zeitraum für längere Zeit nicht erreichbar sein sollten, weil Sie z. B. eine Reise geplant haben, dann setzen Sie sich bitte frühzeitig mit uns (…) in Verbindung“, schreiben die Herren Fröstl (Geschäftsführer) und Strudthoff (Bereichsleiter Technische Dienstleistungen) uns weiter.

Ja, eine „längere Zeit“ der Abwesenheit ist für diesen Zeitraum absehbar. Und so wählen wir – wie gewünscht – die „kostenlose Rufnummer“, damit Wesernetz ordentlich mit uns planen kann. Die freundliche Dame am Wesernetz-Apparat will aber partout nicht wissen, wann wir nicht zu Haus sein werden. Und schon gar nicht so einen Zeitraum notieren. Es sei doch schon ein Terminvorschlag an uns unterwegs, flötet sie. Was würden Herr Fröstl und Herr Strudthoff dazu sagen?

Stufe 2: Wochen vergehen, bis der Terminvorschlag, der angeblich schon unterwegs ist, dann eintrifft. Aber Glück gehabt – der Termin passt. Dann jedoch – mitten im Urlaub – ein Anruf: „Dürfen wir morgen schon kommen?“ – „Nein. Und der ursprüngliche Termin war doch sehr gut. . .“ – „Den hab ich aber jetzt schon rausgenommen.“ Ergebnis: neuer Termin, aber am anfangs geplanten Tag.

Stufe 3: Der große Tag ist gekommen. Und wieder klingelt das Telefon. Diesmal am Apparat: der Wesernetz-Techniker. „Sind Sie zu Hause?“– „Ja.“ – „Ich finde Ihre Hausnummer nicht.“ – „Die steht am Haus außen dran.“ – „Ich bin hier bei Nummer 12.“ – „Das sind wir nicht.“ – „Kennen Sie das gelbe Holzhaus?“ – „Nein, wir wohnen in einem Reihenhaus.“ – „Mein Navi zeigt ihre Hausnummer nicht an.“ – „Sie müssen mal mit den Augen gucken, nicht mit dem Navi.“ Wenig später ist er dann wirklich da. Die Herren Fröstl und Strudthoff dürfen sich freuen. Wieder ein Brennwertkessel geschafft!

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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