Neuer Jahrgang des Bremer Senatsweins

Glockenhelle Zitrusfrüchte

Weinprobe: Wirtschafts-Staatsrat Ekkehart Siering (l.) und Ratskellermeister Karl-Josef Krötz. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Glockenhell“, antwortet Ratskellermeister Karl-Josef Krötz auf die Frage, wie der neue Senatswein denn so ausgefallen ist. Er kommt wieder vom „Bremer Weinberg“, sprich: vom Erdener Treppchen in Erden an der Mosel. Eine Steilhanglage, die zu den besten in Deutschland gehört.

Und die „steiler als das Rathausdach“ ist, wie es gestern bei der Präsentation des 2015er-Weins im Kaminsaal des Rathauses hieß. Wenn im Oktober das Bremer Team – unter anderem mit Beschäftigten des Martinshofs, der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen – anreist, um bei der Weinlese zu helfen, ist das also auch eine ganz schön sportliche Aufgabe.

Das Ergebnis ist einmal mehr ein Spitzenprodukt, die guten Gewissens als Senatswein auf den Markt gebracht werden darf – eine Riesling-Spätlese, in der Ratskellermeister Krötz „Klarheit und Raffinesse“ entdeckt. Und eine „kristalline Süße“, begleitet von intensiven Aromen. „Gelbe Früchte“, sagt Krötz. Und präzisiert: „Sehr reife Zitrusfrüchte.“ Zugleich wirkt der Wein leicht. Obwohl er mit sieben Volumenprozent vergleichsweise wenig Alkohol enthält, transportiert er seine beschwingte Aromenfülle.

„2015 ist ein dankbarer Jahrgang für die Winzer“, so Stefan Justen, der das Bremer Weinbau-Projekt in Erden betreut. „Es gab Zeit, die Trauben in optimalem Zustand ernten zu können – sechs Wochen trockenes, ruhiges Wetter.“ Als Riesling-Spätlese ist der Senatswein weit davon entfernt, knochentrocken zu sein. Auf dem internationalen Markt, so Krötz, wird diese Süße gerade wiederentdeckt, Weinliebhaber in Amerika und Südkorea etwa seien ganz versessen darauf. Krötz rät, den Senatswein schön gekühlt zu genießen – und in kleinen Schlucken.

Verkauft wird der Wein im Ratskeller und in den Geschäften des Martinshofs. Eine 0,5-Liter-Flasche kostet 12,50 Euro.

Angefangen hatte die Sematswein-Geschichte vor ein paar Jahren mit dem Wunsch des Martinshofs nach einer Erweiterung der Palette der „Bremer Senatsprodukte“. Schnell hatten der damalige Geschäftsführer Wilfried Hautop, Designer Prof. Fritz Haase (von ihm und seiner Frau Sibylle stammt das Etikett) und Krötz die Idee entwickelt. Der Ratskellermeister, selbst von Mosel, brachte dann auch den Bremer Weinberg in Erden ins Gespräch.

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