Glanzparaden retten Leipzig

Bremer Fußballroboter sind Vize-Weltmeister

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Das Bremer Team „B-Human“ bei den Vorbereitungen für die „Robo-Cup“-Weltmeisterschaft.

Bremen - Während Jogi Löws Mannschaft sich in Russland heute noch in der Vorrunde gegen Schweden beweisen muss, haben die Bremer Fußballroboter ihre Weltmeisterschaft in Montreal (Kanada) abgeschlossen. Der sechsfache Weltmeister und Titelverteidiger unterlag im Finale und sicherte sich den zweiten Platz. Sieger wurde er in den Zusatzwettbewerben Elfmeterschießen sowie in der sogenannten „Mixed Team Competition“ (zusammen mit Runswift aus Sydney).

Weltmeister wurde ein „Dauerrivale“ der Bremer, HTWK (Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur) aus Leipzig. Beide Mannschaften hatten gute Torchancen: das Leipziger Nao-Team HTWK dank seiner guten Dribbler, das Team „B-Human“ der Uni Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) mit scharfen und präzisen Schüssen. Der Leipziger Torhüter verhinderte demnach mehrfach durch eine Glanzparade ein Tor von „B-Human“. „Durch die gute Koordination unserer Abwehrspieler konnten wir die meisten Angriffe abwehren“, bilanzierte Dr. Tim Laue, der das Team seit mehreren Jahren betreut. Einmal schlossen die Leipziger einen Angriff aber dann doch erfolgreich ab. Auch hier – wie häufig bei der Menschen-WM in Moskau – blieb es beim 1:0.

Die „Robo-Cup“-Weltmeisterschaft findet jedes Jahr in einem anderen Land statt. „B-Human“ tritt in der „Standard Platform League“ an: In dieser Liga spielen jeweils fünf Nao-Roboter der Firma „Softbank Robotics“ mit gleicher Hardware, aber unterschiedlicher Software auf einem kleinen Kunstrasenfeld gegeneinander.

Auch in diesem Jahr gab es den Angaben zufolge bei der WM ein paar Neuerungen in den Spielregeln, die teilweise bei den „Robo-Cup German Open“ im vergangenen April galten, darunter die Einführung von Freistößen und Torwartabstößen. Was bei den Menschen gang und gäbe ist, „erhöht bei den Robotern die Anforderungen an das Teamspiel deutlich“, sagte Laue. Zudem wurde die nutzbare Bandbreite der Wlan-Kommunikation zwischen den Robotern um fast zwei Drittel reduziert; dadurch müssen Teamabsprachen nun wesentlich kompakter ausfallen. Nicht zuletzt wurden Fouls härter bestraft; die Dauer von Zeitstrafen erhöhte sich mit jeder weiteren empfindlich, hieß es.

Das Bremer Team setzt sich derzeit aus mehr als 25 Studenten zusammen. Davon sind 15 mit nach Kanada gereist. Begleitet wurden sie von den Wissenschaftlern Dr. Thomas Röfer vom DFKI-Forschungsbereich „Cyber-Physical Systems“ und Dr. Tim Laue aus der Arbeitsgruppe „Multisensorische Interaktive Systeme“ der Uni. Neu hat sich das Team in diesem Jahr mit dem Thema „Deep Learning“ beschäftigt: dem Trainieren und Nutzen tiefer neuronaler Netze. Diese werden unter anderem dazu verwendet, den Ball zu erkennen.

Das dürfte bei Jogis Jungs heute das geringste Problem sein. sk

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