Overbeck-Museum zeigt Industriemaler

Gewitterwolken und Dampfloks

Leonhard Sandrock: „Lokomotive mit Güterwaggon, der beladen wird“ – entstanden um 1920. - Foto: Overbeck-Museum
+
Leonhard Sandrock: „Lokomotive mit Güterwaggon, der beladen wird“ – entstanden um 1920.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Der deutsche Impressionist Leonhard Sandrock ist ein Geheimtipp“, sagt Dr. Katja Pourshirazi, die Leiterin des Vegesacker Overbeck-Museums. In ihrem Haus wird er nun in den Fokus gerückt. Sandrock gilt als künstlerischer Chronist der Industrialisierung.

Qualmende Dampflokomotiven, rotglühendes Metall beim Abstich im Stahlwerk, Schwerstarbeit in der Kokerei – ein Kontrast zu den Moor-, Mensch- und Landschaftsbildern der Worpsweder, die zur gleichen Zeit entstanden sind wie die Arbeiten Sandrocks, der von 1867 bis 1945 lebte.

Pourshirazi: „Sein umfangreiches, jedoch weitgehend unbekanntes Werk zeugt von hohem malerischem Können und zeigt eine faszinierende thematische Vielfalt. Während sich Fritz Overbeck als Landschaftsmaler der reinen Naturschilderung verschrieb, malte Leonhard Sandrock zur gleichen Zeit als Chronist der rasch fortschreitenden Industrialisierung Häfen und Bahnhöfe, Stahlwerke und Industrieanlagen.“

Ausstellung bis zum 26. März

Im Overbeck-Museum präsentiert Pourshirazi mit ihrem Team nun eine Gegenüberstellung der Werke der beiden Zeitgenossen. Die Ausstellung mit Arbeiten Sandrocks, eine Kooperation mit der Galerie Sabatier (Verden) sowie dem Kito und dem Heimatmuseum Schloss Schönebeck, wird am Sonntag, 29. Januar, um 11.30 Uhr eröffnet. Sie dauert dann bis zum 26. März. Zur Eröffnung sprechen neben Museumsleiterin Pourshirazi Thomas Pörschke (Kito) und Prof. Dr. Bernd Küster (Museumslandschaft Hessen Kassel). Eine Ausstellungsführung mit Pourshirazi beginnt am Sonntag, 12. Februar, um 11.30 Uhr.

„Was bei Overbeck die Gewitterwolken über dem Teufelsmoor sind, ist bei Sandrock der Qualm der Dampflokomotiven“, sagt die Direktorin. In der Gegenüberstellung zeige sich, „wie die Kunst um 1900 zerfällt – in einen nostalgischen Part, der die zunehmende Technisierung des Alltags ausblendet“ und „in einen urbanen, fortschrittsgläubigen Part“.

Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründungsvätern der Künstlerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede, um sich in Bröcken bei Vegesack niederzulassen. Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 ist ihm und seiner Frau Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937) seit 1990 das Museum gewidmet. Es ist täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

„Lügner“-Rufe auf dem Marktplatz: Laschet wird in Bremen niedergebrüllt

„Lügner“-Rufe auf dem Marktplatz: Laschet wird in Bremen niedergebrüllt

„Lügner“-Rufe auf dem Marktplatz: Laschet wird in Bremen niedergebrüllt
Tollwut-Ausbruch in Bremen: Land setzt Krisenteams ein

Tollwut-Ausbruch in Bremen: Land setzt Krisenteams ein

Tollwut-Ausbruch in Bremen: Land setzt Krisenteams ein
Bremen zögert bei 2G-Regel: Das sagen die Gastronomen

Bremen zögert bei 2G-Regel: Das sagen die Gastronomen

Bremen zögert bei 2G-Regel: Das sagen die Gastronomen
Tollwut-Ausbruch in Bremen: Jetzt spricht die Tierklinik

Tollwut-Ausbruch in Bremen: Jetzt spricht die Tierklinik

Tollwut-Ausbruch in Bremen: Jetzt spricht die Tierklinik

Kommentare