FRAGEN UND ANTWORTEN Gewoba investiert in Neubauprojekte und Bestandspflege

Gewinn über Planung

Sechseckig wird das „Grüne Haus“ am Hohentorsplatz in der Neustadt – mit Wohnungen, die unter anderem für Hochschul-Studenten gedacht sind. VISUALISIERUNG: GEWOBA

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Mehr Überschuss als geplant – Bremens öffentliche Wohnungsbaugesellschaft Gewoba blickt auf ein „erfolgreiches Geschäftsjahr 2019“ zurück. Das erklärten Vorstand Manfred Sydow und Vorstandschef Peter Stubbe am Mittwoch in der Unternehmenszentrale am Rembertiring. Fragen und Antworten zu Geschäftszahlen, Stadtentwicklung und Corona-Auswirkungen:

Wie lief das Jahr 2019 für die Gewoba – in Zahlen?

Das Unternehmen erwirtschaftete einen Gewinn von 29,5 Millionen Euro (gegenüber knapp 29,1 Millionen Euro im Vorjahr). „Damit wurde das geplante Jahresergebnis um drei Millionen Euro überschritten“, hieß es. 13,7 Millionen Euro gehen in die Rücklagen, knapp 15,8 Millionen Euro gehen als Dividende an die Anteilseigner.

Wer hält welche Anteile?

Hauptgesellschafter der Gewoba ist die Stadt Bremen mit einem Anteil von 75,1 Prozent. Knapp ein Viertel halten die Sparkasse Bremen sowie die Weser-Elbe-Sparkasse. Das klamme Bremen darf also mit gut 11,8 Millionen Euro rechnen. Im Vorjahr allerdings hatten die Anteilseigner noch ein paar Millionen mehr bekommen. Mit der Stärkung der Rücklagen will die Gewoba aber die Bautätigkeiten für die kommenden Jahre sichern.

Wie viele Wohnungen hat das Unternehmen?

Zum 31. Dezember 2019 waren es insgesamt 42 016 Wohnungen – 8 462 davon in Bremerhaven und 1 307 in Oldenburg. Die durchschnittliche Netto-Kaltmiete lag bei der Gewoba zum Jahresende bei 6,08 Euro pro Quadratmeter, so der Vorstand. In der Stadt Bremen betrug sie 6,38 Euro und „lag damit deutlich unter den Angebotsmieten der großen Immobilienportale und auch unter der Miete für geförderten Wohnraum im Neubau“ (6,50 Euro pro Quadratmeter).

Wirkt sich die Corona-Krise auf das Geschäft aus?

Ja, aber in vergleichsweise geringem Rahmen. Die Gewoba hat mit 500 ihrer Mieter, die wegen der aktuellen Lage unter Geldproblemen leiden, eine Stundung oder eine Ratenzahlung vereinbart, sagte Stubbe. Die „üblichen Mahnroutinen“ seien ausgesetzt worden, stattdessen setze das Unternehmen auf Gespräche. „Das betrifft aktuell besonders die Mieter von Gewerbeobjekten. Keiner unserer Kunden soll in dieser Situation den Verlust seiner Existenzgrundlage fürchten müssen“, sagte Stubbe.

Worin investiert die Gewoba?

Bestandspflege und Neubauten. 2019 flossen 52 Millionen Euro (davon 20 Millionen Euro in Bremerhaven) in Instandhaltungsarbeiten sowie 50,6 Millionen Euro (fünf Millionen Euro in Bremerhaven) in Modernisierungsmaßnahmen. 56,5 Millionen Euro flossen in Neubauten – Rekordwerte im politisch gewollten Streben nach bezahlbarem Wohnraum: 2019 hat die Gewoba 453 Wohneinheiten und drei Kitas mit 210 Plätzen fertiggestellt, so der Vorstand. 705 Wohnungen sowie 31 Gewerbeeinheiten waren 2019 im Bau.

Was sind die Top-Projekte der näheren Zukunft?

Unter anderem das „Grüne Haus“ am Hohentorsplatz (Neustadt), wo seit Anfang des Jahres 52 der stark nachgefragten kleineren Single- und Paarwohnungen entstehen. In der Bahnhofsvorstadt sollen im und am früheren Bundeswehr-Hochhaus 126 Stadtappartements und 58 weitere Wohneinheiten entstehen. Beginn: Anfang 2021; Kosten: noch in Verhandlung. In der Schlussphase ist die Sanierung des Gewoba-Sitzes für 16,3 Millionen Euro. Bis Weihnachten ziehen 200 Mitarbeiter zurück in die Zentrale, die eine Keramikfassade bekommt.

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