Stadtentwicklung

Bremer Gewoba: Gewinn trotz Pandemie

Die „Gartenstadt Werdersee“ (hier ein Luftbild) wächst. Auch die Gewoba ist auf dem Areal zwischen Habenhauser Landstraße, Huckelrieder Friedhof, Fellendsweg und Werdersee dabei – mit einem Neubau mit 36 preisfreien Wohnungen und neun Sozialwohnungen.
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Die „Gartenstadt Werdersee“ (hier ein Luftbild) wächst. Auch die Gewoba ist auf dem Areal zwischen Habenhauser Landstraße, Huckelrieder Friedhof, Fellendsweg und Werdersee dabei – mit einem Neubau mit 36 preisfreien Wohnungen und neun Sozialwohnungen.

Bremen – „Kontinuität in der Krise.“ Unter dieses Motto hat Vorstandschef Peter Stubbe am Donnerstag die 2020er-Bilanz des Wohnungsunternehmens Gewoba gestellt. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Gewinn von 29,9 Millionen Euro – ungefähr genauso viel wie 2019 (29,5 Millionen Euro).

Nach einer Zuführung von 14,2 Millionen Euro zu den Gewinnrücklagen bleibe ein Bilanzgewinn in Höhe von 15,75 Millionen Euro, der als Dividende vollständig an die Anteilseigner ausgeschüttet wird, so Vorstand Manfred Sydow. Hauptgesellschafter der Gewoba ist die Stadt Bremen mit einem Anteil von 75,1 Prozent. Knapp ein Viertel halten die Sparkasse Bremen sowie die Weser-Elbe-Sparkasse in Bremerhaven.

Wenn der Gewinn leicht über dem Vorjahresniveau liegt – hat sich Corona gar nicht ausgewirkt? Doch, schon. Die Schließung von Geschäften, die Kurzarbeit, Entlassungen und ausbleibende Lohn- oder Gehaltszahlungen – all das führt nach wie vor „insbesondere bei Gewerbemietern, aber auch bei einigen Wohnraummietern zu Zahlungsschwierigkeiten“, das ist dem Gewoba-Vorstand bewusst. Vor diesem Hintergrund habe man mit 1 400 Mietparteien individuelle Absprachen getroffen, so Stubbe.

„Lösungen mit Augenmaß“ bei Corona-Problemen

Die Gewoba bewirtschaftete Ende vorigen Jahres insgesamt 42 325 Wohnungen, das waren 309 mehr als Ende 2019. „Für alle Kunden gilt auch weiterhin, dass nach Lösungen mit Augenmaß gesucht wird“, heißt es in der frisch sanierten Gewoba-Zentrale am Rembertiring, „sei es durch zinslose Stundungen oder durch Ratenzahlungsvereinbarungen.“ Dabei werde zwischen coronabedingten Ursachen und anderen Gründen unterschieden. „Den von den Corona-Auswirkungen betroffenen Mietern droht deswegen keine Kündigung der Wohnung oder des Geschäftsraums.“

Die Pandemiezeit schlägt sich aber auch noch auf ganz andere Weise in der Gewoba-Bilanz nieder. Zum guten Ergebnis habe neben der „treuen Mieterschaft“ (praktisch Vollvermietung und geringe Fluktuation) auch die Mehrwertsteuerentlastung im zweiten Halbjahr 2020 beigetragen, so der Vorstand.

Die Visualisierung des „Scharnhorst-Quartiers“ in Huckelriede nach Plänen des Architekturbüros „Gruppeomp“. Baubeginn: 2022.

Wohnraum wird gebraucht in Bremen – die Gewoba gehört zu jenen Unternehmen, die neuen Wohnraum schaffen, und das in ganz unterschiedlichen Quartieren. Nach Beobachtung des Unternehmens sind in Bremen kleinere Wohnungen knapp – und größere Wohnungen mit fünf oder sechs Zimmern ebenfalls, so Stubbe.

Neubau-Projekte in verschiedenen Bremer Quartieren

Man schaffe „bedarfsgerechten und bezahlbaren Wohnraum für Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen“ dort, wo er benötigt werde. „Unsere Neubaustrategie zielt auf die Innenentwicklung der Stadt. Das heißt, die Erschließung von Konversionsflächen, wie in der Überseestadt, und die Entwicklung der eigenen Quartiere haben weiterhin Vorrang vor der Stadterweiterung“, so Stubbe. 2020 habe die Gewoba 53,9 Millionen Euro in den Neubau investiert. 252 Wohnungen wurden dabei fertiggestellt, darunter 150 preisgebundene.

In der Überseestadt hat die Gewoba im Sommer das Projekt „Überseegärten“ mit 154 Wohnungen abgeschlossen. Am Europahafen (Schuppen 3) sind weitere 150 Sozialwohnungen sowie gewerbliche und soziale Einrichtungen im Bau.

In der Neustadt ist die Gewoba bei den „Weserhöfen“ dabei – 266 Wohnungen, davon 80 Sozialwohnungen, werden hier voraussichtlich ab Ende 2023 vermietet. In der „Gartenstadt Werdersee“ zogen im November die Mieter in den ersten Neubau mit 31 Sozialwohnungen ein. Weitere Gebäude, ein Supermarkt und ein Kindergarten sind im Bau. Nicht weit davon entfernt entsteht auf dem früheren Kasernenareal in Huckelriede das „Scharnhorst-Quartier“ – mit 245 Wohnungen direkt am Werdersee. Der Baubeginn ist für 2022 geplant.

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