Mit Gewinn durch die Krise

Bilanzpräsentation bei der Bremer Landesbank – von links gesehen: Risikovorstand Heinrich Engelken, Vorstandschef Dr. Stephan-Andreas Kaulvers und Vertriebsvorstand Dr. Guido Brune. ·
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Bilanzpräsentation bei der Bremer Landesbank – von links gesehen: Risikovorstand Heinrich Engelken, Vorstandschef Dr. Stephan-Andreas Kaulvers und Vertriebsvorstand Dr. Guido Brune. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Trotz der anhaltenden Schiffskrise im sicheren Hafen der Gewinnzone – diese Bilanz präsentierte die Bremer Landesbank gestern.

Im Geschäftsjahr 2013 verdiente sie 68 Millionen Euro vor Steuern (nach 168 Millionen Euro im Jahr 2012). Das Ergebnis liegt 100 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert, der allerdings durch Sondereffekte geprägt war – und es liegt, wie es hieß, im erwarteten Bereich.

„Wir wussten, dass die Wertaufholungen im Interbankenportfolio in dieser Größenordnung nicht wiederholbar sein würden. Bereinigt um diesen Sondereffekt, liegen wir exakt im Rahmen unserer Planung“, hieß es. Der Jahresüberschuss nach Steuern beläuft sich auf 49 Millionen Euro (nach 122 Millionen Euro im Jahr 2012). Das Zinsergebnis vor Risikovorsorge hat die Bank um 3,2 Prozent auf 430 Millionen Euro gesteigert. Die Verwaltungskosten blieben mit 186 Millionen Euro stabil.

2013 wurde, wie auch die Jahre zuvor, von der schwierigen Lage auf den Schiffsmärkten geprägt. Die Bremer Landesbank zählt – wie die Norddeutsche Landesbank (NordLB) – zu den bedeutenden Schiffsfinanzierern. Vorstandschef Dr. Stephan-Andreas Kaulvers bezifferte das Schiffsportfolio seines Hauses gestern auf 6,2 Milliarden Euro.

„Unser Problembereich ist die Schifffahrt“ – so fasste es Risikovorstand Heinrich Engelken zusammen. Bei der Landesbank befürchtet man, dass manchem Reeder die Luft ausgehen könnte. „Es wird zu Insolvenzen kommen.“ Man sei jetzt, 2014, „im sechsten Jahr der Krise“. Das Institut musste die Risikovorsorge im vergangenen Jahr auf 263 Millionen Euro ausweiten. „Das ist nicht von Pappe, das ist sehr viel“, sagte Kaulvers.

Die Schifffahrt bleibe aber Kerngeschäft der Bremer Landesbank, betonte Vertriebsvorstand Dr. Guido Brune. Die Zahl der finanzierten Schiffe sei von 1 000 (im Jahr 2008) auf 800 gesunken. Es gebe „kein Neugeschäft“, stattdessen gehe es um „Restrukturierung der bestehenden Finanzierungen“. Zugleich glaube man, dass im vergangenen Jahr das „Tal der Tränen“ durchschritten worden ist. „Wir sehen Verbesserungen in den Charterraten.“ Zudem habe die Bremer Landesbank recht viele kleinere Containerschiffe finanziert, die schon wieder besser ausgelastet seien.

Von der See an Land – „starkes Wachstum“ verzeichnete die Bank im Neugeschäft mit Projektfinanzierern im Bereich erneuerbare Energien, speziell bei der Onshore-Windkraft (also an Land). Ausbauen konnte die Landesbank auch das Geschäft mit dem regionalen Mittelstand. „Die Unternehmen investieren wieder“, sagte Brune.

Die Bremer Landesbank investiert auch selbst – in Abriss und Neubau ihres Hauptgebäudes am Domshof (wir berichteten). Der allein fünf Millionen Euro teure Abbruch „hatte zum Teil Eventcharakter und wurde in Stadtführungen mit aufgenommen“, so Brune. Der milde Winter sorgte dafür, dass die Arbeiten gut vorangingen. Nach der Grundsteinlegung im Januar wird nun bereits auf Erdgeschoss-Höhe gearbeitet. Ziel sei es, den Bau bis Dezember „dicht“ zu haben, so Brune weiter. Dann müsse man nicht auf einen weiteren milden Winter hoffen. Der Landesbank-Neubau, ein Projekt mit einem Gesamtvolumen von etwa 50 Millionen Euro, soll im Frühjahr 2016 fertig sein.

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