Gewerkschafter: Bula entlassen

Bremer Airport-Chef räumt Fehler ein

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Jürgen Bula 

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. In einer persönlichen Erklärung hat Flughafen-Chef Jürgen Bula am Freitagnachmittag eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben, „der mir nicht hätte passieren dürfen“. Sein Verhalten während der Tarifverhandlungen zwischen dem Airport und der Gesellschaft Bremen Airport Handling sei „ohne Frage unangemessen“ gewesen, räumte Bula ein. Unterdessen forderte ein Mitglied des Aufsichtsrats die Entlassung des Flughafen-Chefs, der seit 2008 im Amt ist.

Wie berichtet, soll Bula Mitte Juni bei Tarifverhandlungen stark alkoholisiert gewesen sein. So stark, dass Finanz-Staatsrat Henning Lühr ihn von der Verhandlungsführung entbunden habe. Zudem soll sein Verhalten „unangemessen“ gewesen sein, wie das Wirtschaftsressort auf Nachfrage bestätigte. Den Angaben zufolge soll Bula ausfällig gegenüber anderen Teilnehmern, Gewerkschaftsvertretern, geworden sein. Wirtschafts-Staatsrat Ekkehart Siering, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Airports, wurde von „Dritten“, wie es heißt, informiert. Er mahnte den Airport-Geschäftsführer im Sommer ab, so Tim Cordßen, Sprecher des Wirtschaftsressorts. Siering drohte zudem im Wiederholungsfall mit Kündigung.

Jürgen Bula meldete sich am Nachmittag selbst zu Wort. „Es tut mir außerordentlich leid, die Erwartungen, die Kraft meines Amtes in mich gesetzt werden, in diesem Zusammenhang enttäuscht zu haben“, heißt es in in seiner Erklärung. Menschen machten Fehler, er werde daraus lernen, ähnliches werde „nie wieder vorkommen“. Mehr zu dem Abend wollte er nicht sagen.

„Autorität und Glaubwürdigkeit verloren gegangen“

Onno Dannenberg, Gewerkschaftsvertreter im Aufsichtsrat des Airports, reicht das offenbar nicht. Er forderte am Freitag gegenüber Radio Bremen die Entlassung Bulas. Siering müsse die Konsequenzen ziehen und Bula von seinem Amt als Geschäftsführer entbinden, sagte er gegenüber „buten un binnen“. Nach den Worten von Dannenberg seien Autorität und Glaubwürdigkeit Bulas verloren gegangen. Warum er erst jetzt, vier Monate nach den Vorfällen, über die ihn Teilnehmer informiert hätten, die Entlassung des Flughafen-Chefs fordert, das erklärte der Gewerkschafter nicht. Zu erreichen war er am Abend nicht.

Das Wirtschaftsressort sah am Abend auf Nachfrage keinen Anlass zur Neubewertung. Es lägen keine weiteren Informationen vor, die über den bisherigen Stand, der zur Abmahnung geführt habe, hinausgingen, sagte Cordßen. Die Vorfälle hätten im Juni zu einer rechtlichen Prüfung hinsichtlich einer fristlosen Kündigung geführt, wie es in so einem Fall üblich sei. Für eine entsprechende Kündigung habe es keine rechtliche Grundlage gegeben, sagte der Sprecher. Herausgekommen sei, dass für Bulas „ungebührliches Verhalten eine Gelbe Karte“ angemessen sei und keine Rote Karte. Cordßen bestätigte, dass es regelmäßig Maßnahmen gebe, um eine Suchterkrankung auszuschließen. Das sei im Zuge der Abmahnung und Kündigungsandrohung so vereinbart worden.

Da Bula weiter im Amt ist, deutet das möglicherweise darauf hin, dass dabei nichts Auffälliges festgestellt wurde.

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