Wackeliger „Schlussstein“

Gericht entscheidet am 7. Februar über OTB

Die weißen Flächen wurden mit Sand vorbelastet und sind bereits kampfmittelfrei. In den rosa gekennzeichneten Bereichen erfolgt derzeit die Kampfmittelbeseitigung. Foto: BIS bremerhaven/scheer
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Die weißen Flächen wurden mit Sand vorbelastet und sind bereits kampfmittelfrei. In den rosa gekennzeichneten Bereichen erfolgt derzeit die Kampfmittelbeseitigung.

Bremen/Bremerhaven - Von J–rg Esser. Das Land Bremen und seine Hafengesellschaft Bremenports wollen das geplante Offshore-Terminal in Bremerhaven unbedingt bauen. Daran ließen sie in der Gerichtsverhandlung vor dem Verwaltungsgericht keine Zweifel aufkommen. Für Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe ist der Schwerlasthafen der „Schlussstein“ des Windenergie-Clusters im Fischereihafen mit Entwicklungsflächen von 270 Hektar.

Doch der Umweltverband BUND lässt nicht locker. Er bezweifelt den Bedarf und kritisiert die erheblichen Eingriffe in ein Naturschutzgebiet. Über die Klage des BUND auf Aufhebung der Genehmigung des OTB will das Verwaltungsgericht Bremen am Donnerstag, 7. Februar, entscheiden. Doch der Rechtsstreit um den Bau des nach Plänen aus dem Jahre 2015 rund 180 Millionen Euro teuren Hafens geht womöglich weiter. Es könnte, wie schon im Eilverfahren, das einen Baustopp brachte, zur nächsthöheren Instanz gehen, sagen Beobachter der Gerichtsverhandlung.

Nach dem Willen des rot-grünen Senats sollte nach Genehmigung des Planfeststellungsbeschlusses im Jahr 2015 eigentlich 2016 mit dem Bau des Schwerlasthafens begonnen werden. Im Eilverfahren verhängte das Verwaltungsgericht aber einen vorläufigen Baustopp.

Zurück nach Bremerhaven, in den Fischereihafen, auf das ehemalige Gelände des Flughafens Luneort. Das dortige Areal wird zum Gewerbegebiet umgebaut. „Kampfmittelbeseitigung, Aufsandung, Lückenschluss und Ertüchtigung der ehemaligen Start- und Landebahn liegen im Zeitplan“, sagen die Wirtschaftsförderer von der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS).

200.000 Kubikmeter an Erdreich und Sand bewegt

Im südlichen Bereich des ehemaligen Flugplatzgeländes werden derzeit rund 200.000 Kubikmeter an Erdreich und Sand bewegt. Der Kampfmittelräumdienst sondiert die Flächen südlich der ehemaligen Querlandebahn, damit diese anschließend mit Sand aufgefüllt und für eine Gewerbeansiedlung vorbereitet werden können. Die Arbeiten sollen Mitte des Jahres 2019 abgeschlossen sein, sagt eine BIS-Sprecherin.

Bereits im September 2018 sei der „Lückenschluss“ zwischen der Straße Am Luneort und der ehemaligen Start- und Landebahn erfolgt, heißt es weiter. Neben Sand wurden hochverdichtete Schotterschichten eingebaut und abschließend noch eine 30   Zentimeter starke Asphaltschicht aufgetragen. Die 15   Meter breite Trasse ist damit für eine Belastung von bis zu sieben Tonnen Gewicht pro Quadratmeter ausgelegt. Zudem soll die ehemalige Start- und Landebahn als Zuliefertrasse für den künftigen Offshore-Terminal Bremerhaven genutzt werden.

Mit der Erschließung von rund 100 Hektar auf dem ehemaligen Flugplatzgelände sichert sich die Seestadt den Raum für zukünftige Gewerbe- und Industrieansiedlungen. „Wir können nicht erst mit der Erschließung beginnen, wenn die ersten Anfragen vorliegen“, sagt Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). „Auch um Bremerhaven mittelfristig konkurrenzfähig zu halten, Flächenengpässen sowohl für kleine und mittlere Unternehmen entgegenzusteuern und Ansiedlungsinteressenten Möglichkeiten zu bieten, in Bremerhaven großflächig Gewerbe und Industrie anzusiedeln, ist die zeitnahe Erschließung der Flächen sinnvoll und geboten.“ Die Entwicklung von Gewerbeflächen sei hinsichtlich der Schaffung neuer Arbeitsplätze „von großer Bedeutung“, ergänzt der Senator.

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