Notaufnahmeeinrichtungen für 500 Menschen / Anmietung eines Hotels

Gesucht: Wohnraum für Asylbewerber

In der Erstaufnahme in Habenhausen sollen Flüchtlinge nur kurz verweilen. ·
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In der Erstaufnahme in Habenhausen sollen Flüchtlinge nur kurz verweilen. ·

Bremen - Die Zahl der Flüchtlinge steigt und steigt. „Es ist absehbar, dass wir allein in diesem Jahr fast 500 zusätzliche Plätze in Unterkünften brauchen werden“, sagte gestern Nachmittag Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne).

Sie plant daher weitere Notaufnahme- und Übergangseinrichtungen, damit Flüchtlinge angesichts steigender Zahlen in Bremen angemessen untergebracht werden können.

„Derzeit führen wir Gespräche mit den beteiligten Beiräten und erfahren von dort viel Unterstützung“, sagte Stahmann. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erwartet ihren Angaben zufolge im laufenden Jahr zwischen 90 000 und 100.000 Flüchtlinge. In den ersten fünf Monaten des Jahres haben 90 Prozent mehr Menschen in der Bundesrepublik Zuflucht gesucht als in den fünf Monaten des Vorjahres, heißt es. Bremen nimmt davon 0,95 Prozent auf, also rund 900 Menschen. „Das ist mit den vorhandenen Unterkünften nicht zu schaffen“, sagte Stahmann. Lege man die Entwicklung der fünf ersten Monate dieses Jahres zugrunde, brauche die Stadt allein knapp 500 Plätze zusätzlich zu den 867 derzeit vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten. Zwar würden Flüchtlinge intensiv bei der Suche nach eigenem Wohnraum unterstützt, dennoch sei die Verweildauer in den Einrichtungen so lang, dass die vorhandenen Kapazitäten nicht mehr ausreichten. „Wenn wir diese Plätze nicht einrichten, müssten wir Flüchtlinge schon bald in Turnhallen oder in Zelten unterbringen, und das wollen wir definitiv nicht“, sagte die Senatorin weiter.

Aus diesem Grund hat die Sozialbehörde die Errichtung von drei Modulbauten für die Dauer von zunächst drei bis fünf Jahren in den Stadtteilen Hemelingen, Obervieland und Vegesack ins Auge gefasst. In Gröpelingen ließen sich zudem innerhalb weniger Monate durch den Umbau eines öffentlichen Gebäudes 100 Plätze für eine Notaufnahme-Einrichtung schaffen. Und in Stadtmitte könnte sehr kurzfristig ein Hotel mit 50 Plätzen angemietet werden.

„In Hemelingen hat der Beirat der Einrichtung einer Übergangseinrichtung mit bis zu 120 Plätzen an der Arberger Heerstraße bereits einstimmig zugestimmt“, betonte Stahmann. Mit einem Vorlauf von etwa drei bis vier Monaten könnte die Einrichtung im Herbst den Betrieb aufnehmen. Das Gelände ist laut Stahmann als Erweiterungsfläche für den Sportplatz vorgesehen und soll anschließend als solche wieder zur Verfügung stehen. Am 1. Juli wird der Beirat Mitte sich mit der geplanten Anmietung eines Hotels am Philosophenweg mit bis zu 50 Plätzen befassen, das baulich geeignet ist und ohne Übergangszeit sofort nutzbar wäre. Zusammen mit dem Übergangswohnheim an der Eduard-Grunow-Straße, das seit Mitte April in Betrieb ist, würde der Stadtteil dann ebenfalls über etwa 110 Plätze verfügen. Darüberhinaus gibt es Überlegungen, eine Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zu eröffnen, weil auch deren Zahl deutlich gestiegen ist. Zunächst muss aber geprüft werden, ob das Gebäude in der Schillerstraße mit „vertretbarem finanziellen Aufwand“ für diese Zwecke genutzt werden kann. · gn

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